Grobgliederung dieses Threads

 

Sein (Nichtsein) und Nichts

 

Sosein

 

Speziell; Raum und Zeit

 

Anhang: Cogito, ergo sum (als Zirkelschluss)

 

Exkurs: Gedanken über den Tod

 

Anhang: Quantenphysik, Relativitätstheorie

 

Scheinprobleme in Philosophie und Theologie 

 

 

Sein und Nichts

 

I Paradoxien 

 

Das Sein kann nicht sein, weil es:

 

1) keine Identität besitzt. Denn es umfasst alles und unterscheidet sich daher von nichts, auch nicht vom Nichts, da dies ebenfalls alles umfasst und sich daher von nichts unterscheidet, so dass es ebenfalls keine Identität besitzt.

 

2) sich sonst selbst voraussetzen würde. Denn es müsste Gegenstand eines Seins sein, das wiederum Gegenstand eines Seins sein müsste usw. (unendlicher Regress).

 

3) alles und daher auch das Nichts umfassen müsste, das aber wiederum das Sein umfassen  müsste usw. (Denkzirkel).

 

4) das Nichts als sein Gegenteil ausschließen müsste, das Nichts aber nicht möglich sein kann, da es sonst ja  etwas Seiendes wäre, das vom Sein nicht ausgeschlossen wäre.

 

5) die Menge alles Seienden wäre.  Diese kann es aber nicht geben, da sie sich auch selbst mit einschließen müsste, dann aber nur Teilmenge wäre, die wiederum von der Menge alles Seienden umfasst werden müsste,die sich aber wiederum selbst mit umfassen müsste usw.

 

6) die Unterscheidung zwischen Sein und Nichtsein erst im Sein gibt.Daher kann das Sein als solches weder sein noch nicht sein.

 

 

7)  Speziell das raumzeitliche Sein kann nicht sein, da es nach innen und außen unbegrenzt und unendlich ist und daher nirgends und nie eine Identität aufweist.

 

  a)  Es kann nicht entstanden sein,weil Entstehung das Sein bereits voraussetzt.Denn auch das Entstehen muss entstanden sein usw. Entstehung ist als Geschehensvorgang im Raum außerdem ein Begriff des raumzeitlichen  Zustandsvergleiches und setzt daher Raum und Zeit bereits voraus:Nirgends und nie kann nichts entstehen!

 

  b)  Es kann keine räumlichen und zeitlichen Grenzen haben, da solche etwas raumzeitlich Angrenzendes voraussetzen, das wiederum Grenzen haben müsste usw. Auch wenn es Grenzen hätte (Anfang, Ende, Rand), könnten diese nie erreicht werden, da jeder Zeit- und Raumabstand zu ihnen unendlich teilbar wäre und daher noch unendlich vieleTeilabstände enthielte. Außerdem wären auch die Grenzen selbst unendlich teilbar.

 

  c)  Jeder Raumpunkt und jeder Zeitpunkt ist unendlich klein und daher zwischen den (ebenfalls unendlich kleinen) Nachbarpunkten gar nicht vorhanden (die, weil ebenfalls unendlich klein, ebenfalls gar nicht vorhanden sind) .                                                                                                 . In der Gegenwart verfließt die Zukunft übergangslos sofort in die Vergangenheit, ohne dass die Zeit auch nur einen Augenblick verweilt hätte.Zukunft und Vergangenheit sind ohnehin noch nicht beziehungsweise nicht mehr.

Auch der geringste Raum enthält immer noch geringere Räume, ohne dass ein letzter Raum übrig bliebe.

 

8)  Auch speziell die eigene Existenz des „Ich's“ kann nicht sein:

 

  a)  Ich kann meine Existenz – und damit auch die von mir wahrgenommene Welt– nicht beweisen. Insbesondere ist das Argument Descartes':„Cogito, ergo sum“ (frei im Sinne Kants übersetzt: Da ich die Frage nach meiner Existenz stellen kann, existiere ich auch) ein Zirkelschluss, da es auch umgekehrt gilt, sich also mein Sein durch mein Denken und Fragen nicht beweisen lässt, weil sich mein Denken und Fragen nur durch mein Sein beweisen lässt, das es aber erst zu beweisen gilt.Überdies geht das Argument von der unbewiesenen Prämisse (die in der Quantenphysik erschüttert wird) aus, dass es Sein und Nichtsein nur als Gegensatz , nicht als Erscheinungsformen eines höheren gemeinsamen Dritten oder als lediglich zwei von unendlich vielen Grunddimensionen gebe (gerade diese Prämisse führt zur paradoxen Widerlegung des Seins, wie oben ausgeführt).

 

  b)  Wenn ich bin, muss ich mich von meiner Umgebung, zum Beispiel dem mich umgrenzenden Luftraum, unterscheiden. Welche Atome gehören aber noch zu mir und welche zu der mich umschließenden Luft? Der atomare Bereich besteht ja hauptsächlich aus leerem Raum und die letzten subatomaren Elementarteilchen jeder Materie sind die gleichen und verschwimmen nach der Quantenphysik (Heisenberg´sche Unschärferelation) in der Raumzeit. Selbst wenn es einen klaren Grenzmantel  gäbe, wären jede Trennlinie und jeder Trennpunkt unscharf, weil sie sich unendlich teilen ließen. Und selbst wenn sie sich nicht unendlich teilen ließen, bliebe unklar,ob der jeweilige Grenzpunkt noch zu meinem Körper oder schon zur umgebenden Luft gehörte (die mich überdies auch füllt).

 

c)Wenn ich bin, dann bin ich auch, wenn man von mir ein einziges Molekül wegnimmt. Da ich dann immer noch bin, bleibe ich auch noch, wenn man von mir ein weiteres Molekül fortnimmt usw., also auch, wenn man diese winzigen Schritte bis zur Wegnahme aller Moleküle vornimmt! Wo bleibt also meine Existenz (sogenanntes Haufenparadoxon). Tatsächlich werden ja auch alle Körpermoleküle im Laufe des Lebens mehrmals -alle sieben Jahre- komplett ausgewechselt

 

d) Wenn ich bin,bin ich Teil des Seins und kann daher das Sein im Idealfall nur so und so weit erkennen, wie es sich selbst erkennen kann. Es besteht also nur in der Innenschau („Bewusstsein“). Eine für die objektive Betrachtung erforderliche Überebene (vergleiche Gödel) kann es nicht geben, da sie selbst Teil des Seins wäre. Das Sein ist daher lediglich ein selbstbezügliches und somit nicht verifizierbares Gedankenkonstrukt, gebildet in Analogie zum Vorhandensein eines Gegenstandes im bereits bestehenden Sein als Gegensatz zum Nicht -, Nochnicht - und Nichtmehr- Vorhandensein, wobei dieser Gegensatz ebenfalls nur im (Bewusst -) sein „besteht“

.

9) Sein und Nichts lassen sich jedenfalls nicht beweisen.

Alles muss durch etwas anderes bewiesen werden, und jede Beweisführung wird sich entweder im Kreise bewegen oder als endlose Kette in der Luft hängen. In keinem Falle lässt sich etwas beweisen. ( Timon von Phlieus, 320-230 v. Chr.,  Schüler des Pyrrhon von Elis )

„Wenn nämlich das, aus dem etwas erkannt wird, immer aus etwas anderem erkannt werden muss, so gerät man in die Diallele oder den unendlichen Regress.Möchte man aber etwas, aus dem etwas anderes erkannt wird, als aus sich selbst erkannt annehmen, so widersteht dem, dass …  nichts aus sich selbst erkannt wird. Wie jedoch das Widersprüchliche entweder aus sich selbst oder aus etwas anderem erkannt werden könnte,  sehen wir keinen Weg, solange sich das Kriterium der Wahrheit oder der Erkenntnis nicht zeigt.“ (Sextus Empiricus, 2. Jh. )

Die Unmöglichkeit von Letztbegründungen beschreibt Hans Albert (geboren 1921) als „Münchhausen-Trilemma“ wie folgt:

Wenn man „für alles eine Begründung verlangt, muss man auch für die Erkenntnisse, auf die man jeweils die zu begründende Auffassung … zurückgeführt hat, wieder eine Begründung verlangen.“ Das führt zur „Wahl  zwischen

  1. einem infiniten Regress, der durch die Notwendigkeit gegeben erscheint, in der Suche nach Gründen immer weiter zurückzugehen, der aber praktisch nicht durchzuführen ist und daher keine sichere Grundlage liefert;

  2. einem logischen Zirkel  in der Deduktion, der dadurch entsteht, dass man im Begründungsverfahren auf Aussagen zurückgreift, die vorher schon als begründungsbedürftig aufgetreten waren, und der ebenfalls zu keiner sicheren Grundlage führt; und schließlich:  

  3. einem Abbruch des Verfahrens an einem bestimmten Punkt, der zwar prinzipiell durchführbar erscheint, aber eine willkürliche Suspendierung des Prinzips der zureichenden Begründung involvieren würde.“

10)  Semantischer Aspekt

 

I  „Sein“ ist ein bloßes substantiviertes Verb. Es suggeriert einen Bewusstseinsgegenstand(Reifikation).

 

1)

a) Wenn man sagt, dass etwas „ist“,dann ist dies eine Tautologie.

Aristoteles ( 384/3 – 322 v. Chr. ):

τὸ δὲ εἶναι οὐκ οὐσίαοὐδενί

das Sein gehört nicht zum Wesen von etwas ( Analytica posteriora, II. 7 )

 

b) Wenn man sagt, dass etwas so oder so oder dies oder das „ist“, dann ist das eine Beschreibung von Eigenschaften oder Funktionen oder eine Synonymisierung (Andersbezeichnung) oder Klassifizierung.

 

c) Wenn man sagt, dass etwas „nicht ist“ oder „nicht so oder so ist“ oder „nicht dies oder das ist“, dann ist das nur eine Verneinung des Satzsubjektes oder einer Eigenschaft oder Funktion oder Gattungszugehörigkeit oder Identität.

 

2)

a)

aa) Wenn man in Bezug auf etwas von „Sein“ spricht, dann ist das lediglich die Substantivierung eines Verbs, gleichbedeutend mit dessen verbalem Gebrauch.

 

bb)

Wenn man allgemein vom Sein“ spricht, dann ist das lediglich eine Substantivierung eines Verbs , die nichts Individuelles (Unterscheidbares) zum Gegenstand hat, sondern Synonym für „alles“ ist. Das  "Sein“  „ist“ also nur tautologisch.

 

b)

aa) Wenn man in Bezug auf etwas vom „Nichtsein“ spricht, dann ist das lediglich eine Substantivierung der Negation eines Verbs, gleichbedeutend mit dessen verbalem Gebrauch.

 

bb) Wenn man allgemein vom „Nichtsein“ oder „Nichts“ spricht, ist das lediglich die Substantivierung eines verneinten Verbs, die nichts Individuelles (Unterscheidbares) zum Gegenstand hat, sondern Synonym für „alles nicht“ ist. Das „Nichtsein“/ „Nichts“ „ist“ also nur begrifflich.  

 

II Lösungsversuch

 

1) Das Sein selbst „ist“ nicht (was entweder eine Tautologie wäre oder zu einem unendlichen Regress führen würde), sondern ist nur im Seienden (als „Existenz“ der Seinsgegenstände, -weisen und -beziehungen) einschließlich des Nichtseins des Nichtseienden ( welches ja das Seiende erst als Nichts-Anderes-Seiendes individualisiert).

„ quia non sic proprie dicitur quod esse sit, sed quod per esse aliquid sit – da man eigentlich nicht so sagt, dass das Sein sei, sondern dass durch das Sein etwas sei.“( Thomas von Aquin, In librum beati Dionysii de Divinis Nominibusexpositio, C.VIII,I,1,751)

 

2) Unterscheidet man (begrifflich) zwischen dem reinen Sein und dem Sein des konkret Seienden (Seinsgegenstände,-weisen,-beziehungen) als „Existenz“, dann ergeben sich folgende Konsequenzen:

 

a) Das reine Sein ist nicht selbst sondern im Existenten.

 

b) Jedem Existenten kommt seine Identität dadurch zu, dass es jedes andere Existente nicht ist ( „omnis determinatio est negatio“, Spinoza ), so dass auch diese Nichtexistenz zur Existenz gehört.

 

c) Auch das überhaupt nicht Existierende ist als bloß Gedachtes oder Potentielles oder durch die Existenz eines Existierenden Ausgeschlossenes in seiner Nichtexistenz, die eine gedankliche oder logische Existenz ist, dem reinen Sein als eine seiner Manifestationen zuzurechnen.

 

d) Das reine Nichtsein -  das Nichts, das es nicht geben kann, ohne dass es doch etwas wäre - ist als selbstwidersprüchliches Gedankenkonstrukt eines hypothetischen Gegensatzes zum reinen Sein ebenfalls von diesem umfasst.

 

e) In seiner äußersten Abstraktheit und damit Ununterscheidbarkeit – es kann sich von nichts mehr unterscheiden- fehlt dem Sein jede Identität.Gleiches gilt vom ebenfalls äußerst abstrakten und daher ununterscheidbaren Nichts.Ununterscheidbar kann aber nur eine Einheit als ein Ein-und Alles, nicht Elemente einer Vielheit (Zweiheit) sein, so dass das reine Sein und das reine Nichts dasselbe sind. Nach Heraklit und Hegel sind sie im Werden verwoben, das aber als Erscheinung der existierenden Zeit, die eine existente Beziehung zwischen Existentem ist, richtigerweise ausschließlich der Existenz zuzurechnen ist.

 

Sein ohne Identität

 

„Das Nicht-Ich ist im Ich und durch das Ich gesetzt.“ (Schelling, Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre als Handschrift für seine Zuhörer).

Dieser Gedanke ist verallgemeinerungsfähig: Das Nichtsein ist im Seienden und durch dieses gesetzt, um ihm Selbstidentität zu verleihen, die wiederum Voraussetzung für die Differenz  zwischen den Seienden ist. Das Nichtsein des Nichtseienden ist genauso seiend wie das Seiende. Das Nichtseiende ist das (seiende) Gegenteil des Seienden, die abstrakte Differenz zu ihm.

Das Sein ist der Inbegriff alles Seienden einschließlich des Nichtseins des Nichtseienden. Ihm kommt keinerlei Identität zu. Denn das (hypothetische, das Sein umfassende, durch dieses verdrängte ) Nichts als sein Gegenteil ist ein Widerspruch in sich selbst, da es sich selbst umfassen müsste, um absolut nichts zu sein, was zu einem unendlichen Regress führen würde, ohne das Nichts als etwas zumindest gedanklich Seiendes aufzuheben.

Auch das Sein des Seins führt zu einem unendlichen Regress. Dieser führt aber nicht zu einem Selbstwiderspruch. Darüber hinaus gibt es das Sein des Seins nicht, da dem Sein, wie ausgeführt, keine Identität zukommt.

 

 

III ZITATE 

 

Buddha (5./4.Jh.v.Chr.):

 

Alle Dinge entstehen im Geist, in unseres mächtigen Geistes Schöpfung (Dhamnapada 1 )

 

Gorgias von Leontinoi (483-375v. Chr.):

 

Ἐν γὰρ τῷ ἐπιγραφομένῳ Περὶ τοῦ μὴ ὄντος ἢ Περὶ φύσεως τρία κατὰ τὸ ἑξῆς κεφάλαια κατασκευάζει,ἓν μὲν καὶ πρῶτον  ὅτι οὐδὲν ἔστιν, δεύτερον ὃτι εἰ καὶ ἔστιν, ἀκατάληπτον ἀνθρώπῳ, τρίτον ὃτι εἰ καὶ καταληπτόν, ἀλλὰ τοί γε ἀνέξοιστον καὶ ἀνερμήνευτον τῷ πέλας.

In der Über das Nichtseiende oder Über die Wahrheit betitelten Schrift etabliert er dreiPunkte der Reihe nach:

1) dass nichts ist;

2) dass, wenn etwas  ist, es dem Menschen nicht erfassbar ist;

3) dass, wenn es erfassbar ist, man es wenigstens nicht aussprechen und den Mitmenschen mitteilen kann.

( Sextus Empiricus, Adversus mathematicos VII 65 )

 

Wenn das Nichtsein ist, nicht  zu sein, wäre das Nichtseiende soviel wie das Seiende; tatsächlich ist das Nichtseiende nichtseiend wie das Seiende seiend ist, so dass die wirklichen Dinge ebenso sind, wie sie nicht sind ( M.X.G.,979 a).

 

ταὐτόν ἐστι τῷ μὴ ὄντι τὸ ὄν

Dasselbe ist das Seiende wie das Nichtseiende

 

 

Heraklit von Ephesus(545-475 v, Chr.):

 

ταὐτὸν...εἶναι καὶ μὴ εἶναι

dasselbe...( ist ) Sein und Nichtsein ( A 7; Arist. Metaph.Γ 3. 1005b23 )

 

εἶμέν τε καὶ οὐκ εἶμεν

wir sind, und wir sind nicht (Quaest. hom. 24, 5. -DK 22 B 49 a )

 

ταὐτό τ΄ ἔνι ζῶν καὶ τεθνηκὸς

dasselbe ist: lebendig und tot (Ps.- Plutarch, Cons. ad  Apoll. 106 E – DK 22 B 88 )

 

Thales von Milet (ca.624-546 v. Chr.):

Θάνατος οὐδὲν διαφέρει τοῦ ζῆν

DerTod unterscheidet sich nicht vom Leben (DL I 35: DK 11 A 10 )

 

 

Xenophanes aus Kolophon( ca. 570 - -475  v. Chr. ):

 

δόκος δ' ἐπὶ πᾶσιν τέτυκται

denn nur Wahn ist allen beschieden ( Sext. Adv. Math. VII 49, 110 Plut. aud. poet. 2p 17 E ).

 

Parmenides( ca. 540-480 v. Chr. ):

 

τῷ  πάντ΄ ὄνομ΄ ἔσται, ὅσσα βροτοὶ κατέθεντο πεποιθότες εἶναι ἀληθῆ, γίγνεσθαί τε καὶ ὄλλυσθαι, εἶναί τε καὶ οὐχί, καὶ τόπον ἀλλάσσειν διά τε χρόα φανὸν ἀμείβειν

daher sind alles nur leere Namen,was die Sterblichen (durch die Sprache) festgesetzt haben, in dem Glauben, es liege ihnen eine Wirklichkeit zugrunde: „Entstehen“ und „Vergehen“, „Sein“ und „Nichtsein“, „Veränderung des Ortes“ und „Wechsel der leuchtenden Farbe“ ( 28 B 8,38-41 )

 

λεῦσσε δ' ὅμως ἀπεόντα νόῳ παρεόντα βεβαίως

Betrachte mit Verständnis das Abwesende als genauso zuverlässig anwesend (wie das Anwesende).(Clemens v. Alexandria, strom.V 15.5, DK28 B4 )

 

Protagoras ( 481 – 411v. Chr. ):

 

δύο λόγους εἶναι περὶ παντὸς πράγματος ἀντικειμένους ἀλλήλοις

Über jede Sache gibt es zwei einander entgegengesetzte Aussagen           ( DK80 B6a ).

 

Von zwei denkbaren Auffassungen,die man zu jeglichem Problem haben kann, ist jede in gleicher Weise wahr.

 

Über jedes und alles können zwei einander widersprechende Urteile gefällt werden, die gleichermaßen wahrscheinlich sind, gleichermaßen glaubhaft gemacht werden können und müssen, damit sozialer Konsens hergestellt wird.

 

Πάντων χρημάτων μέτρον ἐστὶν ἄωθρωπος.

Aller Dinge Maß ist der Mensch.

 

Demokrit ( ca. 450 - 400 v.Chr. )

 

οὐθὲν μᾶλλον τὸ ὂν τοῦ μὴ ὄντος

Um nichts ist das Seiende mehr seiend als das Nichtseiende  

( Aristoteles, Metaphysik A4, 985 b 4ff – DK 67 A6 )

 

 

Platon ( 427 – 347 v. Chr. ):


  ...πάντα πάντως ἐστί τε καὶ οὐκ ἔστι καὶ φαίνεταί τε καὶ οὺ φαίνεται.  ...alles auf jede Weise ist und nicht ist, scheint und nicht scheint (Platon, Parmenides 166c=Schlusssatz)

 

Τὴν τοῦ ἑτέρου φύσιν ἀποδείξαντες οὖσάν τε, καὶ κατακεκερματισμένην ἐπὶ πάντα τὰ ὄντα πρὸς ἄλληλα, τὸ πρὸς τὸ ὂν ἑκάστου μόριον αὐτῆς ἀντιτιθέμενον, ἑτολμήσαμεν εἰπεῖν, ὡς αὐτὸ τοῦτό ἐστιν ὄντως τὸ μὴ ὂν.

Indem wir bewiesen, dass die Natur des Andersseins bestehe und sich erstrecke über alles Seiende in seinem Verhältnis gegeneinander, und indem wir jedes einzelne Teilchen dieser Natur dem Seienden entgegengesetzten, wagten wir zu behaupten, dass eben dieses in Wahrheit das Nichtseiende ist (Platon Sophista, 258 D ).

 

Aristoteles( 384/3 – 322 v. Chr. ):

 

τὸ δὲ εἶναι οὐκ οὐσία οὐδενί

das Sein gehört nicht zum Wesen von etwas ( Analytica posteriora, II. 7 )

 

Metródoros von Chios (4.Jh.v. Chr.):

 

„Nego scire nos sciamusne aliquid an nihil sciamus, ne id ipsum quidem nescire aut scire nos, nec omnino sitne aliquid an nihil sit.

Ich behaupte, dass wir nicht wissen, ob wir etwas wissen oder ob wir nichts wissen, und dass wir nicht einmal diese Behauptung nicht wissen oder wissen, noch ob überhaupt etwas existiert oder ob nichts existiert.“ ( Cicero, Lucullus 73 )

 

Arkesílaos (ca.315 bis 241/40 v. Chr.):

 

„Arcesilas negabat esse quicquam quod sciri posset, ne illud quidem ipsum quod Socrates sibi reliquisset, ut nihil scire se scieret.

… behauptete Arkesilaos, dass es nichts gebe, das erkannt werden könne, nicht einmal das, was Sokrates sich für seine Person übriggelassen habe, nämlich, dass er wisse, dass er nichts wisse.“ ( Cicero, Academici libri 1.45 )

 

 

Pyrrhon aus Elis( 365/60-275 v.Chr. ):

 

περὶ ἑνὸς ἑκάστου λέγοντας  ὅτι οὐ μᾶλλον ἔστιν  ἢ οὐκ ἔστιν  ἢ καὶ ἔστιν καὶ οὐκ ἔστιν  ἢ οὔτε ἔστιν οὔτε οὐκ ἔστιν

über jeden einzelnen Gegenstand müsse man sagen, dass er nicht mehr “sei“ als „nicht sei“, oder: dass er sowohl „sei“ als „nicht sei“, oder: dass er weder „sei“ noch „nicht sei“ ( Aristokles bei Eusebius Praep.evang. 14.18.4 – Caizzi 53 )

 

Entweder also muß man alles als wahr oder alles als falsch bezeichnen. Ist aber einiges wahr (einiges dagegen falsch), durch welches Unterscheidungsmerkmal soll man das erkennen? ( DL  IX 92 )

 

Timon von Phleius (325.235 v.Chr.).

 

Alles muss durch etwas Anderes bewiesen werden, und jede Beweisführung wird sich entweder im Kreise bewegen oder als endlose Kette irgendwo in der Luft hängen. In keinem Falle lässt sich etwas beweisen.

 

Altes Testament, Buch Kohelet( ca. 200 v. Chr. ) :

 

Wahn, nur Wahn, spricht der Prediger, Wahn, nur Wahn, alles ist Wahn  (1.Kap. ,Vers 2 ).

Wahn, nur Wahn, spricht der Prediger, alles ist Wahn ( 12. Kap., Vers 8 ) !

 

Ashvaghosha ( 2. Jh. n.Chr. ) :

 

So- Sein ist weder das, was Existenz ist, noch das, was Nicht- Existenz ist, noch das, was zugleich Existenz und Nicht- Existenz ist, noch das, was nicht zugleich Existenz und Nicht- Existenz ist.

 

Thomas von Aquin (ca.1225-1274):

 

„ quia non sic proprie dicitur quod esse sit, sed quod per esse aliquid sit – da man eigentlich nicht so sagt, dass das Sein sei, sondern dass durch das Sein etwas sei.“( Thomas von Aquin, In librum beati Dionysii de Divinis Nominibus expositio, C.VIII,I,1,751)

 

Das Sein ist die „Vollkommenheit der Vollkommenheiten – perfectio perfectionum“.(Quaestiones disputatae de Potentia, q.7,a.2,ad 9)

 

 

 Meister Eckhart (1260-1327):

 

Was etwas ist, das ist auch nichts ( Pr. 73; EW II, S. 72,5-7 ).

 

Nicolas d´ Autrecourt (1299-1369):

 

contradictoria ad invicem idem significant – Gegensätze bedeuten gegenseitig dasselbe.“

 

 

William Shakespeare (1564- 1616 ):

 

Was ist das als das?  Und ist als ist ? ( Twelfth Night , Viola III 1.143 )

 

Jakob Böhme (1575-1624):

 

Alles und Nichts sind zwei gleichbedeutende Begriffe.

 

George Berkeley (1684-1753):

 

Esse est percipi

Sein ist Wahrgenommenwerden.

 

All things that exist exist only in the mind.

Alle Dinge, die existieren,existieren nur im Geist.

 

David Hume ( 1711 – 1776):

 

Was für ein besonderes Vorrecht hat diese kleine Bewegung des Gehirns, die wir Denken nennen, dass wir sie in dieser Weise zum Modell des ganzen Universums machen? (i.d. P. Philo )

 

Georg Christoph Lichtenberg ( 1742- 1799 ):

 

Mir kommt es immer vor, als wenn der Begriff „ sein“ etwas von unserem Denken Erborgtes wäre; und wenn es keine empfindenden und denkenden Geschöpfe mehr gibt, so ist auch nichts mehr.

 

 

Immanuel Kant (1724-1804):

 

Wenn ich das denkende Subjekt wegnehme, muss die ganze Körperwelt wegfallen, als die nichts ist, als die Erscheinung in der Sinnlichkeit unseres Subjekts und eine Art Vorstellungen desselben.

 

Aller Irrtum besteht darin, dass wir unsere Art, Begriffe zu bestimmen oder abzuleiten oder einzuteilen, für Bedingungen der Sachen an sich halten.

 

Der Gegenstand eines Begriffes, der sich selbst widerspricht, ist Nichts ( KrV B 348)

 

 

Heinrich von Kleist(1728-1788):

 

Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün -  und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzutut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit dem Verstande. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint.

 

Georg Christoph Lichtenberg( 1742- 1799 ):

 

Äußere Gegenstände zu erkennen, ist ein Widerspruch;  es ist dem Menschen unmöglich, aus sich herauszugehen. Wenn wir glauben, wir sähen Gegenstände, so sehen wir bloß uns. Wir können von nichts in der Welt etwas eigentlich erkennen als uns selbst und die Veränderungen, die in uns vorgehen.

 

Christoph Martin Wieland (1733 – 1813 ):

 

Du weißt also, dass du bist, weil es Dinge außer dir gibt, die dieses Selbstbewusstsein in dir erwecken; du  könntest daher nicht wissen, dass es Dinge außer dir gebe, wenn du nicht wüsstest, dass du selbst bist. Dies, dünkt mich, heißt sich in einem Kreise herumzudrehen, der weder Anfang noch Ende hat, und du hast also keinen hinlänglichen Grund, zu glauben, dass du selbst bist.

 

Johann Wolfgang Goethe (1749 – 1832 ):

 

Wahre Sätze sind immer daran zu erkennen, dass man sie alle umkehren kann und dass sie alsdann ebenso wahr sind, und vielleicht noch mehr.

 

Mit den Wörtern können wir weder die Dinge noch uns selbst vollkommen darstellen. Mit der Sprache entsteht eine neue Welt, aus notwendigen und willkürlichen Dingen zusammengestellt. (Theorie der Natur)

 

 

Johann Gottlieb Fichte(1762-1814):

 

Ich weiß überall von keinem Sein und auch nicht von meinem eigenen.Es ist kein Sein. - Ich selbs weiß überhaupt nicht und bin nicht.

 

 

Georg Wilhelm Friedrich Hegel(1770-1831):

 

Die, welche auf dem Unterschiede von Sein und Nichts beharren wollen, mögen sich auffordern,anzugeben, worin er besteht (Wissenschaft der Logik).

 

Das Sein, das unbestimmte Unmittelbare, ist in der Tat Nichts und nicht mehr noch weniger als Nichts.

 

Das reine Sein und das reine Nichts ist also dasselbe.

 

Das reine Sein als inhaltslose Leere muss als Produkt der vollständigen Abstraktion zugleich auch sein eigenes Gegenteil sein: sowohl auszudifferenzierende affimative Unmittelbarkeit, genannt Sein, als auch auszudifferenzierende reine Negativität, genannt Nichts.

 

...er ( der Weg der Wahrheit ) ist die bewusste Einsicht in die Unwahrheit des erscheinenden Wissens.

 

 

Ernst August Friedrich Klingemann (1777-1831):

 

Es ist alles Nichts („dieNachtwachen des Bonaventura“).

 

Arthur Schopenhauer(1788-1860):

 

Etwas erkennen nach dem, was es ganz an und für sich sei, ist für alle Ewigkeit unmöglich:  weil es sich widerspricht. Denn sobald ich erkenne, habe ich eine Vorstellung:  diese muß aber, eben weil sie meine Vorstellung ist, verschieden sein von dem Erkannten und kann nicht mit demselben identisch sein.

 

Die Welt ist meine Vorstellung(„Die Welt als Wille und Vorstellung“).

 

Denn nichts ist gewisser, als dass Keiner jemals aus sich herauskann, um sich mit den von ihm verschiedenen Dingen unmittelbar zu identifizieren: sondern Alles, wovon er sichere, mithin unmittelbare Kunde hat, liegt innerhalb seines Bewußtseyns. Über dieses hinaus kann es daher keine UNMITTELBARE Gewißheit geben...Nur das BEWUSSTSEYN ist unmittelbar gegeben...Denn, daß das OBJEKTIVE  DASEYN der Dinge bedingt sei durch einen sie Vorstellendes, und folglich die objektive Welt nur ALS VORSTELLUNG  existire, ist...die gewisseste  und einfachste Wahrheit, deren Erkenntniß nur dadurch erschwert wird, dass sie sogar zu einfach ist, und nicht  Alle Besonnenheit genug haben, um auf die ersten Elemente ihres Bewußtseyns von den Dingen zurückzugehen.Nimmermehr kann es ein absolut und an sich selbst objektives Daseyn geben; ja, ein solches ist geradezu undenkbar: denn immer und wesentlich hat das Objektive, als solches, seine Existenz im Bewußtseyn eines Subjekts, ist also dessen Vorstellung, folglich bedingt durch dasselbe und dazu noch durch dessen Vorstellungsformen, als welche dem Subjekt, nicht dem Objekt anhängen.

Daß die  OBJEKTIVE WELT DA WÄRE,auch wenn gar kein erkennendes Wesen existirte , scheint freilich auf den ersten Anlauf gewiß; weil es sich in abstracto denken lässt, ohne daß der Widerspruch zu Tage käme,den ist im Innern trägt.- Allein wenn man diesen abstrakten Gedanken REALISIREN , d.h. ihn auf anschauliche Vorstellungen, von welchen allein er doch(wie alles Abstrakte) Gehalt und Wahrheit haben kann, zurückführen will und demnach versucht, EINE OBJEKTIVE WELT OHNE ERKENNENDES SUBJEKT  ZU IMAGINIREN; so wird man inne, daß Das, was man da imaginirt, in Wahrheit das Gegentheil von Dem ist, was man beabsichtigte, nämlich nichts Anderes, als eben nur der Vorgang im Intellekt eines Erkennenden, der eine objektive Welt anschaut, also gerade Das, was man ausschließen gewollt hatte. Denn diese anschauliche und reale Welt ist offenbar ein Gehirnsphänomen: daher liegt ein Widerspruch in der Annahme, daß sie auch unabhängig von allen Gehirnen, als eine solche, daseyn sollte ( ebenda).

 

.Die Teleologie wird erst vom Verstande in die Natur gebracht..., der demnach ein Wunder anstaunt, das er erst selbst geschaffen hat.

 

Die einzige Welt, welche jeder wirklich kennt und von der er weiß, trägt er in sich, als seine Vorstellung, und ist daher das Zentrum derselben. Deshalb eben ist jeder sich alles in allem; er findet sich als den Inhaber der Realität und kann ihm nichts wichtiger sein als er selbst.

 

Sören Kierkegaard( 1813-1855 ):

 

Die Wahrheit ist die Subjektivität.

 

Mag man nun das Dasein ein accessorium nennen oder das ewige prius, es kann niemals bewiesen werden.

 

Dostojewski ( 1821 –1881 ) :

 

Es ist alles wahr, auch das Gegenteil.

 

Philipp Mainländer(1841-1876):

 

Die Welt ist das Mittel zumZwecke des Nichtseins.

 

Ambrose Bierce (1842 –1914):

 

Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken.

 

Friedrich Nietzsche (1844-1900 ):

 

Die Welt, soweit wir sie erkennen können, ist unsere eigene Nerventätigkeit -  nichts mehr.

 

Dem Positivismus, der vor Erscheinungen Halt macht und sagt: „ Es gibt nur Fakten“, halte ich entgegen:  nein, es sind die Fakten, die nicht existieren, es gibt nur Interpretationen.

 

Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind.

 

Zwecke des Daseins gibt es nicht.

 

Edmund Husserl (1859-1938)

 

" Diese fast unausrottbare Naivität (des natürlichen Menschenverstandes) macht es, dass in Jahrhunderten fast niemand an der "Selbstverständlichkeit"der Möglichkeit von Schlüssen von dem ego und seinem cognitativen Leben aus auf ein "Draußen" Anstoß nahm und eigentlich niemand sich die Frage stellte, ob hinsichtlich dieser egologischen Seinssphäre ein "Draußen" überhaupt einen Sinn haben könne (Krisis)."


Maurice Blondel (1861-1949):

 

Alles und Nichts sind zwei gleichbedeutende  Begriffe.“  

 

 

 Christian Morgenstern (1871- 1914 ):

 

Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.

 

Alles Denken ist Zurechtlegen.

 

 

Franz Kafka ( 1883 –1924 ) :

 

Wirkliche Realität ist immer unrealistisch.

 

George Santavana (1863-1952 ):

 

Der Glaube an die Existenz von irgend etwas, einschließlich meiner selbst, kann unmöglich als wahr erwiesen werden und beruht, wie jeder Glaube, auf einer rationalen Überredung oder Eingebung des Lebens.

 

Hugo Dingler ( 1881- 1954):

 

Alle absolut sicheren  Allgemein-Aussagen über die Wirklichkeit sind reine Definitionen, besitzen daher als solche kein „ fundamentum in re “.

 

Albert Einstein ( 1879-1955 ; Physik- Nobelpreisträger):

 

Physikalische Begriffe sind freie Schöpfungen des Geistes und ergeben sich nicht etwa, wie man sehr leicht zu glauben geneigt ist, zwangsläufig aus den Verhältnissen in der Außenwelt.

 

Leute wie wir, die an die Physik glauben, wissen, dass die Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine hartnäckige, beharrliche Illusion ist.

 

Wahrheit und Klarheit eines Ausdruckes sind zueinander komplementär.

 

 

Gottfried Benn ( 1886 –1956 ) :

 

Wahn der Wirklichkeit

 

Saint – Exupéry ( 1900– 1944 ):

 

Die Wahrheit wird nicht von uns entdeckt, sondern erschaffen.

 

 

Dietrich Bonhoeffer(1906-1945):

 

Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht . 

 

John Gribbin ( * 1946 ):

 

Nichts ist real, und alles ist real.

 

Erwin Schrödinger (1882-1961;Quantenphysiker; Nobelpreisträger):

 

Die in Raum und Zeit ausgedehnte Welt existiert nur in unserer Vorstellung. Dass sie außerdem noch etwas anderes sei, dafür bietet jedenfalls die Erfahrung – wie schon Berkeley wusste – keinen Anhaltspunkt ( Dürr, 167 ).

 

Niels Bohr (1885-1962;Quantenphysiker, Nobelpreisträger):

 

Es gibt triviale Wahrheiten und große Wahrheiten. Das Gegenteil einer trivialen Wahrheit ist schlichtweg falsch. Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist ebenfalls wahr.

 

Realität wird durch Beobachtung geschaffen!(Quantenphysik)

 

Romano Guardini (1885/1968, Welt und Person ,148 ):

 

„Man hat gesagt, das Sein sei im Letzten eine mystische Tatsache, und hat recht gehabt. Sobald es rein zu Bewusstsein kommt, wird deutlich, dass es aus Geheimnis besteht.

 

 

 Martin Heidegger (1889-1976):

 

Das Nichts ist das Nicht des Seienden und so das vom Seienden her erfahrene Sein. Die ontologische Differenz ist das Nicht zwischen Seiendem und Sein. Aber so wenig Sein als das Nicht zum Seienden ein Nichts ist im Sinne des nihil negativum, so wenig ist die Differenz als das Nicht zwischen Seiendem und Sein nur das Gebilde eine Distinktion des Verstandes (ens rationis).

Jenes nichtende Nicht des Nichts und dieses nichtende Nicht der Differenz sind zwar nicht einerlei,aber das Selbe im Sinne dessen, was im Wesenden des Seins des Seienden zusammengehört. Dieses Selbe ist das Denkwürdige.

 

Nur der Anfall des Seyns als Ereignung des Da bringt das Da-sein zu ihm selbst und so zum Vollzug(Bergung) der inständlich gegründeten Wahrheit in das Seiende, das in der gelichteten Verbergung des Da seine Stätte findet

 

Im Sein des Seienden geschieht das Nichten des Nichts.

 

Welt ist nie, sondern weltet.

 

Das Sein west den Menschen...an.

 

 

Werner Heisenberg(1901-1976 ; Quantenphysiker-“Unschärferelation“-;Nobelpreisträger):

 

...dass nicht einmal die Eigenschaft des “ Seins“, wenn man hier überhaupt von Eigenschaft reden will, dem Elementarteilchen ohne Einschränkung zukommt. Es ist eine Möglichkeit oder eine Tendenz zum Sein (Physik und Philosophie).

 

Salvator Dali (1904-1989):

 

„Eines Tages wird man offiziell zugeben müssen, dass das, was wir Wirklichkeit getauft haben, eine noch größere Illusion ist als die Welt des Traumes

 

Samuel Beckett (1906 –1989 ):

 

Nichts ist wirklicher als nichts.

 

E.M. Cioran ( 1911-1995:

 

„Kein Unterschied zwischen Sein und dem Nichtsein, wenn man sie mit der gleichen Intensität erfasst“

 

Rogers Jones ( ? ) :

 

Die moderne Physik schreit uns ins Gesicht, dass es eine materielle Realität schlechthin nicht gibt, dass, was immer wir beschreiben, der menschliche Verstand sich nicht davon abtrennen lässt.

 

Paul K. Feyerabend ( 1924– 1994 ):

 

Die Welt ist eine Projektion des Gehirns, das wiederum Teil der Welt ist.

 

Ernst Bloch (1885-1977):

 

Das, was ist, kann nicht wahr sein (Philosophische Grundfragen I, Frankfurt 1961, Seite 65).

 

Gilles Deleuze ( frz.Philosoph 1925-1995):

 

Kein Ereignis, kein Phänomen, kein Wort und kein Gedanke, die nicht mehrdeutig wären.“

 

Wenn wir.... einen Satz als Ergebnis einer Schlussfolgerung betrachten, machen wir ihn zum Gegenstand einer Behauptung..., das heißt, wir lassen die Prämissen beiseite und bejahen ihn in voller Unabhängigkeit als solchen.....Dafür aber sind zwei Bedingungen erforderlich. Zunächst müssen die Prämissen als wirklich wahre gesetzt sein; was uns bereits zwingt, die reine Implikationsordnung zu verlassen, um die Prämissen selbst auf einen bezeichneten Dingzustand zu beziehen, den man voraussetzt.Doch selbst wenn wir unterstellen, dass die Prämissen A und B wahr seien, können wir den fraglichen Satz Z daraus nur dann schließen, können wir ihn von seinen Prämissen nur dann ablösen und ihn unabhängig von der Implikation für sich bejahen, wenn wir gelten lassen, dass er seinerseits wahr ist, wenn A und B. wahr sind: Was einen Satz C konstituiert, der in der Ordnung der Implikation bleibt, der diese nicht verlassen kann, da er auf einen Satz D verweist, der besagt, dass Z wahr ist, wenn A, B und C wahr sind...bis ins Unendliche.“

 

( Das Paradox von Gottlieb Frege,1848-1925, besagt, dass der Sinn eines gegebenen Satzes, der einen Dingzustand bezeichnet, sich immer als das Bezeichnete eines anderen Satzes auffassen lässt.)

 

John Lennon (1940-1980):

 

Nothing is real.

Nichts ist wirklich.

 

Dalai Lama ( *1935 ):

 

Das, was wir für die Wirklichkeit halten, ist ein Produkt unseres Geistes.

 

Francisco J. Varela(1946-2001,Kognitionswissenschaftler):

 

Das Gehirn ist ein Organ, das Welten festlegt, keine Welt spiegelt.

 

Heinz von Foerster (1911 –2002 ):

 

Die Umwelt, so wie wir sie wahrnehmen, ist unsere Erfindung.

 

Carl Friedrich von Weizsäcker(1912-2007; Quantenphysiker):

 

Wahrheit ist zugleich Unwahrheit, denn die als selbstständig vorgestellten Teile, mögen sie atomare Gegenstände oder atomare Funktionseinheiten sein, sind selbst Produkte des Begriffs, sie sind Wirklichkeit, in einem seiner selbst unbewussten Spiegel gespiegelt, sind nicht selbst wirklich.

 

Stellen wir uns nun ein Universum vor, welches alle Dinge und alle Beobachter enthalten würde. Würde es sich in einem wohldefinierten Quantenzustand befinden, dann würde keines der Dinge und keiner der Beobachter wirklich existieren. Es könnte dann nicht sinnvoll gesagt werden, dass irgendeines seiner Objekte irgendeinem seiner Beobachter bekannt wäre; in metaphorischer Sprache könnte man nur sagen, dass alle Objekte und alle Subjekte in dem einen Geist verschwunden sind.

 

Paul Watzlawick ( 1921 –2007 ):

 

Die Geschichte der Menschheit zeigt, dass es kaum eine mörderischere, despotischere Idee gibt als den Wahn einer „ wirklichen“  Wirklichkeit.

 

Humberto Maturana (*1928; Kognitionswissenschaftler):

 

… dass wir weder Unterscheidungen noch Erklärungen oder sonstige Aussagen auf eine unabhängige Außenwelt stützen können. Wir müssen uns also mit der Grundbedingung anfreunden, im Akt des Unterscheidens nicht gegebene Differenzen bloß festzustellen und zu bestätigen, sondern das Unterschiedene selber aktiv zu konstruieren, hervorzubringen oder zu erzeugen.

 

Raymond M. Smullyan (*1919 ) :

 

Ich glaube, die entscheidendeFrage ist nicht, ob wir nach dem Tod weiterexistieren, sondern ob dieExistenz selbst sich überhaupt von der Nicht- Existenzunterscheidet. Existenz ist das genaue Gegenteil von Nicht- Existenz.Aber minus Null ist auch das Gegenteil von plus Null.

 

 

Hans Albert (geboren 1921)

 

Wenn man „für alles eine Begründung verlangt, muss man auch für die Erkenntnisse, auf die man jeweils die zu begründende Auffassung … zurückgeführt hat, wieder eine Begründung verlangen.“ Das führt zur „Wahl zwischen

einem infiniten Regress, der durch die Notwendigkeit gegeben erscheint, in der Suche nach Gründen immer weiter zurückzugehen, der aber praktisch nicht durchzuführen ist und daher keine sichere Grundlage liefert;

einem logischen Zirkel  in der Deduktion, der dadurch entsteht, dass man im Begründungsverfahren auf Aussagen zurückgreift, die vorher schon als begründungsbedürftig aufgetreten waren, und der ebenfalls zu keiner sicheren Grundlage führt; und schließlich:  

einem Abbruch des Verfahrens an einem bestimmten Punkt, der        zwar prinzipiell durchführbar erscheint, aber eine willkürliche Suspendierung des Prinzips der zureichenden Begründung involvieren würde.“ („Münchhausen-Trilemma“)

 

Rüdiger Safranski (*1945)

 

Das Denken beruht auf einem Grund, der seinerseits nicht durch das Denken selbst gelegt worden ist. Die Denkgebäude sind deshalb keine selbsttragenden Konstruktionen. Würde die Glaubensprämisse als erlebte Wirklichkeit fallen, stürzte alles zusammen.

 

Hans-Peter Dürr(*1929,Quantenphysiker):

 

“Es gibt … gar nichts Seiendes, nichts, was existiert.

 

 

Eberhard Zeidler (Quantenphysiker,*1940)


 

Es ist eine wesentliche Erkenntnis der Physik und der Mathematik des 20.Jahrhunderts, dass der sogenannte gesunde Menschenverstand versagt, sobald wir in Erkenntnisbereiche vorstoßen, die weit von unserer täglichen Erfahrungswelt entfernt sind. Das betrifft die Quantentheorie (atomare Dimensionen), die Relativitätstheorie (hohe Geschwindigkeiten und kosmische Maßstäbe) sowie die Mengentheorie (der Begriff des Unendlichen).“


 

Stephen Hawking  (*1942):


 

Physikalische Theorien sind nur mathematische Modelle, die wir konstruieren. Wir können nicht fragen, was die Wirklichkeit ist, denn wir haben keine modellunabhängigen Überprüfungen von dem, was real ist (bdw 2001).

Unsere Wahrnehmung – und damit die Beobachtungen, auf die sich unsere Theorien stützen – ist nicht unmittelbar, sondern wird durch eine Art Linse geprägt., die Deutungsstrukturen unseres Gehirns (Der große Entwurf).

Es gibt keinen abbild-oder theorieunabhängigen Realitätsbegriff (dto)


 

Offenbar werden die fundamentalen Zahlen und sogar die Form der in unserem Kosmos nachweisbaren Naturgesetze nicht von der Logik oder von physikalischen Prinzipien verlangt. Die Parameter können viele Werte und Gesetze beliebige Formen annehmen, die zu einer selbst-konsistenten mathematischen Theorie führen, und sie besitzen tatsächlich verschiedene Werte und verschiedene Formen in verschiedenen Universen (dto).

 

 

Anton Zeilinger ( * 1945 ):

 

Die Natur selbst ist immer nur unsere geistige Konstruktion.

 

L. Schäfer ( ? ) :

 

Aus dem Spiegel der Natur schauen nur wir selbst uns entgegen.

 

 

„Man hat gesagt,das Sein sei im Letzten eine mystische Tatsache, und hat rechtgehabt. Sobald es rein zu Bewusstsein kommt, wird deutlich, dass esaus Geheimnis besteht.

(Romano Guardini,Welt und Person ,148)

 

David Couzens Hoy (?)

 

Beim Prozess des Verstehens und Deutens bildet das Verhältnis zwischen dem Teil und dem Ganzen einen hermeneutischen Zirkel: Um das Ganze verstehen zu können, muss man die Teile verstehen, aber man kann die Teile nur verstehen, wenn man einen gewissen Begriff vom Ganzen hat

 

 

 

Weitere Gedankensplitter zum Thema

 

 

Das Sein als bloße Aussage

 

Das Sein und das Nichtsein sind keine Gegenstände oder Medien, die das Seiende oder Nichtseiende umfassen, sondern Aussagen über Seiendes beziehungsweise Verneinungen von Seiendem. Die Aussage „Der Tisch ist“ ist eine Tautologie, da bereits die Bezeichnung „Tisch“ einen seienden meint. Erst der Aussage „Ein Tisch ist nicht“ oder „Der Tisch ist hart“ oder „Der Tisch ist nicht hart“ kommt ein Aussagewert zu, im ersten Fall der der Verneinung von etwasSeiendem, im zweiten Fall der einer Eigenschaftszuschreibung und im dritten Fall der der Verneinung einer Eigenschaftszuschreibung.

Das Sein einesGegenstands ist nach Aristoteles (met III,3; 998b) keine Eigenschaft,sondern die Voraussetzung für Eigenschaften. Das Nichtsein ist ebenfalls keine Eigenschaft, sondern die Verneinung eines Gegenstandes oder einer Eigenschaft.

 

So sein

Jedes Sein bedarf eines Soseins.

Das gegebene Sein kann nicht anders sein, da die Möglichkeit des Andersseins etwas Seiendes ist und daher nur für Seiendes, nicht für das Sein selbst gelten kann.

Selbst wenn es ein anderes Sein geben könnte, könnte dieses nicht besser sein, da diese Bewertung als etwas Seiendes das Sein bereits voraussetzen würde.

Selbst wenn es ein Sein mit Lebewesen ohne Leid gäbe, wären die Lebewesen dort nicht glücklicher als wir in unserem Sein, weil sie ja das Leid nicht kennen würden und daher keine Vergleichsmöglichkeit mit unserem Sein hätten. Nur Freude wäre nicht positiv, sondern normal, nur Freude oder bloße Abwesenheit von Freude wäre eine bloße Alternative, noch kein Bewertungsverhältnis.

 

 

Speziell: Raum und Zeit

 

„Die Welt ist mit der Zeit, nicht in der Zeit erschaffen worden.“

(Augustinus , 354-430)

 

„Der Begriff vom Entstehen ist uns ganz und gar versagt; daher wir, wenn wir etwas werden sehen, denken, dass es schon da gewesen sei.“

(Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen 724 )

 

 

Die Zeit kann weder Anfang noch Ende haben, da beides als Zeitpunkte sie bereits/noch voraussetzt.

 

Der Raum kann keine Grenzen haben, da solche ihn voraussetzen.

 

I  Raum und Zeit – und mit letzterer auch die Kausalität als zeitliche Abfolge von Ereignissen  -

sind nach Immanuel Kant (1724-1804) bloße apriorische Vorstellungen.

 

1) Lediglich Vorstellungen seien sie, weil sie, wenn es sie gäbe, entweder begrenzt oder unbegrenzt sein (Raum) beziehungsweise entweder einen Anfang oder keinen Anfang gehabt haben müssten (Zeit).Sie könnten jedoch weder begrenzt noch unbegrenzt sein (Raum) beziehungsweise weder einen Anfang noch keinen Anfang gehabt haben ( antinomistische Argumentation ).

Schon hier erhebt sich folgender Einwand: Auch Grenzen und Anfänge könnten ja nur Vorstellungen sein und Raum und Zeit daher unvorstellbar, zumal in der Konsequenz der Argumentation Kants gegen Grenzen ihre unendliche Teilbarkeit – wie auch jeder Raumpunkt unendlich teilbar ist – und die Unmöglichkeit der Zuordnung entweder zum Diesseits oder zum Jenseits der Grenze – in beiden Fällen der Zuordnung wäre die Grenze keine Grenze sondern Teil – oder zu keinem von beiden- auch dann wäre die Grenze keine Grenze sondern ein Raum zwischen beiden – sprechen müssten, wobei die Teilbarkeit und Zuordnung ebenfalls nur Vorstellungen sein könnten.

 

a) Der Raum – so Kant – könne nicht begrenzt sein,weil er sonst beziehungslos wäre.

           

Einwand: Beziehungen kann es als Seiendes ja auch nur im Sein einschließlich seines      notwendigen Soseins, nicht für dieses geben.

 

Die Beziehungslosigkeit ergebe sich daraus, dass ein begrenzter Raum von der Raumlosigkeit („leerer Raum“) umgeben sein müsste, aus welcher kein hinreichender Grund für ihreEinschränkung durch einen begrenzten Raum bestehe. Ein Verhältnis der Welt zum leeren Raum wäre nichts und daher wären auch die Grenzen der Welt nichts.

 

Hier drängt sich eine anderweitige Begründung auf:Grenzen kann es aus den bereits oben angeführten Gründen nicht gegeben.

 

Die Argumentation Kants begegnet folgenden Einwendungen:Auch hinreichende Gründe könnten lediglich Vorstellungen sein. Die Möglichkeit der Kontingenz wird übersehen, die für alle Universalen gilt. Letztbegründungen führen zum sogenannten Münchhausen-Trilemma: entweder zu einem unendlichen Pro/Regress oder zu einem Denkzirkel oder zu einem willkürlichen Abbruch.

 

b) Der Raum könne auch nicht unbegrenzt sein, weil er dann nichts beinhalten könnte, sondern alles umfassen müsste (er hätte  mangels Unterscheidbarkeit keine Identität).Ein unendlicher Raum könnte nicht vollendet sein, da er aus unendlich vielen Teilen zusammengesetzt sein müsste und daher kein Ganzes bilden könnte.

 

Folgende Einwände ergeben sich: Es ist zwischen Unbegrenztheit und Unendlichkeit zu unterscheiden.So gibt es unendlich viele Zahlen, aber man kann unbegrenzt mit endlichen Zahlen zählen. Der Weltraum ist - wie die Oberfläche einer Kugel -unbegrenzt, aber endlich. Das Teilungsparadoxon von Zenon zeigt, dass jedes Ganze unendlich teilbar ist.Aristoteles und Schopenhauer weisen darauf hin, dass die Teilbarkeit lediglich die Möglichkeit besagt,das Ganze in Teile zu zerlegen, keineswegs, dass es aus Teilen zusammengesetzt und dadurch entstanden ist.Das Ganze ist qualitativ etwas anderes als die Summe seiner Teile.Kant selbst betont immer wieder: „Die Unendlichkeit der Weltgröße ist nur durch den Regressus, nicht vor demselben.“

 

c) Die Zeit könne keinen Anfang gehabt haben, weil dann für sie aus der vorausgegangenen Zeitlosigkeit („leere Zeit“)kein hinreichender Grund für sie bestanden hätte.

 

Eine andere Begründung liegt näher: Anfang ist selbst ein Zeitpunkt und setzt daher die Zeit voraus. Er wäre wie jeder Zeitpunkt unendlich teilbar und weder einem Vorher noch einen Nachher noch einen Dazwischen zuordenbar. Ein Vorher wäre selbst ein zeitlicher Begriff und würde daher die Zeit voraussetzen. Ein Dazwischen wäre zeitlos. Ein Danach wäre kein Anfang mehr.

 

Einwände gegen die Argumentation Kants ergeben sich entsprechend den oben beim Raum unter a) Angeführten.

 

d) Die Zeit könne auch nicht ohne Anfang gewesen sein,da sie dann zu jedem Zeitpunkt bereits unendlich wäre und daher keinen bestimmten Zeitpunkt aufweisen könnte.

 

Dagegen ist einzuwenden, worauf  Bertrand Russell hingewiesen hat, dass auch die Reihe der negativen Zahlen unendlich ist und doch bei -1 endet.

 

2) Die Vorstellungen von Raum und Zeit seien allerdings apriorisch, weil Raum und Zeit von uns nicht weggedacht werden könnten.

 

II  Etwas Nicht-Räumliches und Nicht-Zeitliches können wir uns nicht vorstellen. Daher müssen Raum und Zeit unendlich sein.Unendlichkeit können wir uns aber nicht vorstellen. Andererseits können wir uns aber auch nicht vorstellen, dass Raum und Zeit Grenzen beziehungsweise Anfang und Ende haben, denn dann müsste es etwas außerhalb des Raumes und vor und nach der Zeit geben, was wir uns wieder nur raum-zeitlich vorstellen können (unendlicherProgress).

 

Im übrigen: Wo bleibt die Zeit? „Die Zeit kommt aus der Zukunft, die nicht existiert, in die Gegenwart, die keine Dauer hat, und geht in die Vergangenheit, die aufgehört hat, zu bestehen,“ wie schon Augustinus hervorgehoben hat. "οὔκἐστι ἀλλήλων ἐχόμενα τὰ νῦν - Es ist unmöglich, dass Augenblicke aneinandergrenzen." (Aristoteles, Physica IV, 10, P 218a, 18). (Einstein: „Leute wie wir, die an die Physik glauben, wissen, dass die Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine hartnäckige,beharrliche Illusion ist.“).Und der Raum? Er besteht aus unendlich vielen Raumpunkten, die aber keinerlei Ausdehnung haben (Koordinatenschnittpunkte ohne Dimension) .Aus Null wird Unendlich!

 

III  Vor allem der Begriff der Zeit führt zu Paradoxien:

 

Es ist vollkommen ausgeschlossen,geboren worden zu sein. Denn wäre man geboren worden, müsste es einen letzten Augenblick gegeben haben, in dem man noch nicht geboren war, und einen ersten Augenblick, in dem man bereits geboren war. Beide Augenblicke müssten sich unterschieden haben und daher voneinander  getrennt gewesen sein. Sie können aber nicht getrennt gewesen sein, da jeder noch so kleine Zwischenraum entweder zum letzten Augenblick des Noch-nicht-geboren-Seins oder zum ersten Augenblick des Bereits-geboren-Seins gehört haben müsste. Denn während dieses Zwischenraumes kann man nicht gleichzeitig. ungeboren und geboren und auch nicht weder ungeboren noch geboren gewesen sein.

Ebenso ist es vollkommen ausgeschlossen, zu sterben.Denn stürbe man, müsste es einen letzten Augenblick geben, in dem man noch lebt, und einen ersten Augenblick, in dem man bereits tot ist. Beide Augenblicke müssten sich unterscheiden und daher voneinander getrennt sein. Sie können aber nicht getrennt sein, da jeder noch so kleine Zwischenraum entweder zum letzten Augenblick des Noch-Lebens oder zum ersten Augenblick des Bereits-tot-Seins gehören müsste. Denn während dieses Zwischenraumes könnte man nicht gleichzeitig lebendig und tot und auch nicht weder lebendig noch tot sein.

 

In der Philosophie sind vor allem die Beweise Kants und Mc Taggerts gegen die Existenz der Zeit bekannt.

 

Kant argumentiert - wie ausgeführt -in seiner ersten Antinomie (in der „Kritik der reinen Vernunft“) so:

 

Gäbe es die Zeit, müsste sie entweder einen oder keinen Anfang haben. Einen Anfang kann sie nicht gehabt haben, denn sonst müsste es ein Vorher gegeben haben, was aber die Zeit voraussetzte, die dann nicht erst später entstanden sein könnte.

Sie kann aber auch nicht keinen Anfang gehabt haben. Denn dann müsste bereits unendliche Zeit vergangen sein, so dass sie in der Gegenwart nicht(vorläufig) enden könnte. Das ist allerdings ein Irrtum, wie sich daran zeigt, dass -1 das Ende der abnehmenden unendlichen negativen Zahlenreihe darstellt.

 

Mc Taggert argumentiert wie folgt:

 

Zeit ist als Veränderung manifest. Jedes Ereignis lässt sich als zukünftig,gegenwärtig oder vergangen (A.-Reihe) oder als später, gleichzeitig oder früher als ein anderes (B-Reihe) einordnen.

Letztere Relationen sind permanent. Sie sind also mangels Veränderung nicht in der Zeit. Erstere Relationen sind zwar transitorisch (durchgängig) und daher veränderlich (Ereignisse kommen aus der Zukunft über die Gegenwart in die Vergangenheit), zugleich aber inkompaktibel: Ein Ereignis ist immer nur zukünftig, gegenwärtig oder vergangen, nicht alles zugleich, also nicht veränderlich. Wegen dieses Widerspruches gibt es die Zeit überhaupt nicht.

 

Ich halte diese Argumentation nicht für logisch konsistent. Denn ihr liegt eine statische Betrachtungsweise zugrunde, obwohl es doch die Dynamik der Zeit als zu widerlegen gilt!

 

IV  Was sagen die Naturwissenschaften?

 

Nach der bestens abgesicherten Relativitätstheorie gibt es im All immer eine Position, von der aus betrachtet wir noch nicht geboren oder bereits gestorben sind oder nie geboren oder nie sterben werden. Albert Einstein ( 1874-1955; Nobelpreis für Physik) : „Leute wie wir, die an die Physik glauben, wissen, dass die Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine hartnäckige,beharrliche Illusion ist.“

 

Nach der ebenfalls bestens abgesicherten Quantentheorie sind wir – elementar betrachtet – zugleich überall als auch nirgends. Sein und Nichtsein sind lediglich Erscheinungsformen von etwas, das weder ist noch nicht ist. Erwin Schrödinger (1882-1961; Quantenphysiker,Nobelpreisträger): „Die in Raum und Zeit ausgedehnte Welt existiert nur in unserer Vorstellung.“ Werner Heisenberg(1901-1976; Quantenphysiker - „Unschärferelation“ -,Nobelpreisträger): „ ... dass nicht einmal die Eigenschaft des`Seins`... dem Elementarteilchen ohne Einschränkung zukommt.“ Hans-Peter Dürr (geboren 1929; Quantenphysiker,Nobelpreisträger): “Es gibt … gar nichts Seiendes, nichts, was existiert.“

 

Raum und Zeit sind keine physikalischen Erscheinungen. In der klassischen Newtonschen Physik waren sie Bezugssystem.

 

In der Relativitätstheorie mit der neuen Bezugsgröße der  absoluten Lichtgeschwindigkeit wurden sie als Raumzeit zu bloßen Eigenschaften der Materie/Energie, die ihrerseits die Raumzeit zur Gravitation krümmt und selbst der verdichtete Kern dieser Krümmung ist.

 

In der Quantenphysik, welche die klassische Raumzeit zugrundelegt, stellen  sich dementsprechend die Elementarteilchen - in ihrer unbeobachteten Superposition und nach Verschränkung durch entfernungsunabhängige und instantane Übertragung von Eigenschaftsveränderungen (Gesamtwirkung) -  als raum-und zeitunabhängig heraus.

 

Die Differenz zwischen diesen beidenTheorien:

Im „Urknall“ war die Materieunendlich dicht und daher die Gravitation unendlich groß, so dass sie sich selbst abstieß. Nach der Quantentheorie konnte die Materie aber nicht unendlich dicht gewesen sein, da sie ja gequantelt ist.

 

In der Wheeler-De Witt-Gleichung kommt keine Zeitvariable vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

Anhang:  

 

Descartes: cogito, ergo sum – Ich denke, daher bin ich.

 

Du weißt also, dass du bist, weil es Dinge außer dir gibt, die dieses Selbstbewusstsein in dir erwecken; du könntest aber nicht wissen, dass es Dinge außer dir gebe, wenn du nicht wüsstest, dass du selbst bist. Dies, dünkt mich, heißt sich in einem Kreise herumdrehen, der weder Anfang noch Ende hat, und du hast also keinen hinlänglichen Grund zu glauben, dass du selbst bist.“ (Christoph Martin Wieland ,1733-1813)

 

A Allgemeines

 

I

Zunächst ist klarzustellen - siehe die untenstehenden Zitate von Kant und Schopenhauer - , dass Descartes diesen Satz gerade nicht zum Beweis des  Seins, sondern zum Beweis des philosophischen Idealismus formuliert hat, wie er selbst durch sein berühmtes Traumargument klargestellt hat :

 

Das Traumargument von Renè Descartes

 

richtet sich gegen die Möglichkeit gerechtfertigter Meinung. Akzeptiert man die vier Prämissen (P), folgen logisch drei skeptische Konklusionen (S):

 

(P1) Meinungen über die Außenwelt können nur durch Sinneserfahrung gerechtfertigt werden.

 

(P2) Meine Meinung über die Außenwelt, dass p, ist nur dann durch meine Sinneserfahrung gerechtfertigt, wenn ich nicht träume.

 

(P3) Meine Meinung über die Außenwelt, dass p, ist nur dann gerechtfertigt, wenn ich auch gerechtfertigt bin zu glauben, dass diese Meinung gerechtfertigt ist.

 

(P4) Ich bin nur dann gerechtfertigt zu glauben, dass etwas der Fall ist, wenn ich auch gerechtfertigt bin zu glauben, dass alles, was bekanntermaßen damit inkompatibel ist, nicht der Fall ist.

 

 

(S1) Meine Meinung über die Außenwelt, dass p., ist nur dann durch meine Sinneserfahrung gerechtfertigt, wenn ich gerechtfertigt bin zu glauben, dass ich nicht träume.(AusP2 bis P4)

 

(S2) Eine Rechtfertigung meiner Meinung, dass ich nicht träume, ist unmöglich.(Aus S1,P4)

 

(S3) Also ist meine Meinung über die Außenwelt, dass p, nicht gerechtfertigt (Aus S1, S2).

 

 

 

Schopenhauer drückt es – wie immer – einfach und präzise so aus:

 

Etwas erkennen nach dem, was es ganz an und für sich sei, ist für alle Ewigkeit unmöglich: weil es sich widerspricht. Denn sobald ich erkenne, habe ich eine Vorstellung: diese muss aber, eben weil sie meine Vorstellung ist, verschieden sein von dem Erkannten und kann nicht mit demselben identisch sein.“

 

 

II

Zur  missverstandenen Interpretation des Satzes von Descartes ist daher folgendes zu sagen:

 

 

1) Das eigene Sein kann nicht durch das Denken bewiesen werden, da dieses das zu beweisende Sein voraussetzt (Zirkelschluss).  Die Prämisse, dass ich denke, setzt nämlich bereits voraus, was es erst zu beweisen gilt, nämlich das Ich, damit mein Sein, mich als Denkenden. Die Prämisse: „Ich denke“ ist gleichbedeutend mit: „Ich BIN denkend“ (oder: „Es ist seiend, dass ich denke“, „Ich bin seiend und mein Denken ist seiend“), also genau mit der Aussage der Schlussfolgerung „..Bin ich.“

.

„Der Satz“ (cogito, ergo sum) „müsste ….. folgendermaßen abgewandelt werden: Cogito cogito ergo cogito sum – ich denke, dass ich denke, also denke ich, dass ich bin“ ( Ambrose Bierce).

 

2) Dagegen lässt sich nicht einwenden, dass mein Sein auch im Falle eines Fehlschlusses bewiesen sei, da auch ein solcher mein Sein voraussetze („si enim fallor, sum“ ;Augustinus,Civ.dei 11.26). Denn dieses Argument geht von der unbewiesenen Prämisse aus, dass es nur die Alternative Sein und Nichtsein gibt.

 

 

3) Die Frage nach dem eigenen Sein hat mit diesem einen so allgemeinen Gegenstand, dass die Antwortmöglichkeiten auf die Metaebene über den Gegensatz  Sein – Nichtsein, dem der Fragesteller verhaftet ist, verlagert werden. Da der Fragesteller aus der Gegensatzebene nicht in die Metaebene ausbrechen kann, sondern in ihr verstrickt bleibt (Gödel), kann er alle Argumente zur Bestätigung oder Widerlegung seines Seins nur aus der Gegensatzebene herholen, der er mit seiner Frage selbst angehört ( als seiend oder nicht seind ).Frage und Antwort beißen sich daher sozusagen in den Schwanz (geschlossener Selbstbezug).

(In der Quantenphysik wird die Gegensatzebene aufgegeben: Sein und Nichtsein schließen sich nicht aus).

 

4) Ganz allgemein gilt: Das Sein – und damit auch das eigene – kann nicht bewiesen werden, weil jeder Beweis als etwas bereits Seiendes das Sein schon voraussetzt.

 

5)  „Cogito, ergo sum - ich denke, daher bin ich.“ Das ist eine Aussage, die auch umgekehrt werden kann: Ich bin, daher denke ich!

Warum soll das eigene Denken weniger beweisbedürftig sein als die eigene Existenz?


 

Kant (1724-1804) hat daher diesen – sich dem Wortlaut nach ergebenden – Zirkelschluss des Cogito-Satzes  in der Version abgemildert, dass man die Frage, ob man ist, nicht stellen könnte, wenn man sich nicht bewusst wäre.

Ein Denkfehler wäre sonst darin zu sehen, dass man die Möglichkeit nicht in Betracht zieht, dass es außer Sein und Nichtsein – entgegen Aristoteles ( „tertium non datur“) – ja auch etwas Drittes geben könnte, so dass Sein und Nichtsein lediglich Erscheinungsformen dieses Dritten sind (vergleiche die mehrwertige Quantenlogik).


 

Heidegger hat daher den Seinsbegriff  bereits in seiner Frühschrift “Vom Wesen des Grundes“ als bloßen Anthropomorphismus verworfen : „...weil es Sein (nicht Seiendes) nur gibt in der Transzendenz als dem weltentwerfend befindlichen Gründen.“


 

Kant schreibt über den cartesianischen Satz : „ Der Idealismus ist die Theorie, welche das Dasein der Gegenstände im Raum außer uns entweder bloß für zweifelhaft und unerlässlich oder für falsch und unmöglich erklärt; der erstere ist der problematische des Cartesius, der nur Eine empirische Behauptung, nämlich: Ich bin, für ungezweifelt erklärt; der zweite ist der dogmatische des Berkeley, der den Raum mit allen den Dingen, welchen er als unabtrennliche Bedingung anhängt, für etwas, was an sich selbst unmöglich sei, und darum auch die Dinge im Raum für bloße Einbildungen erklärt.“ (Die Kritik der reinen Vernunft, Vom Idealismus).In seinen Antinomien hat Kant bekanntlich Raum und Zeit als bloße Anschauungen deduziert.

 

Schopenhauer schreibt zu Descartes: „Wahrscheinlich ist Cartesius der Erste, welcher zu dem Grade von Besinnung gelangte, den jene Grundwahrheit erfordert und, in Folge hiervon, dieselbe, wenn gleich vorläufig nur in der Gestalt skeptischer Bedenklichkeit, zum Ausgangspunkt seiner Philosophie machte. Wirklich war dadurch, dass er das Cogito ergo sum als allein gewiss, das Daseyn der Welt aber vorläufig als problematisch nahm, der wesentliche und allein richtige Ausgangspunkt und zugleich WAHRE Stützpunkt aller Philosophie gefunden. Diese nämlich ist wesentlich und unumgänglich DAS SUBJEKTIVE, DAS EIGENEBEWUSSTSEYN.....“( „Die Welt als Wille und Vorstellung, Ergänzungen zum ersten Buch, Kapitel 1; Hervorhebungen vonSchopenhauer selbst).


 

Descartes selbst schreibt in Med.II,17f:
"Er", der hypothetische "höchst mächtige und verschlagene Betrüger", "täusche mich, soviel er kann, niemals wird er es doch fertig bringen, dass ich nichts bin, solange ich denke, dass ich etwas sei."
Das"cogito, ergo sum" bedeutet also keine "Schlussfolgerung", sondern besagt: "cogitans sum"! (Emerich Coreth,Gott im philosophischen Denken, S. 136).
"... versucht Descartes, dasGebäude der Erkenntnis von neuem aufzurichten. Das Ich, dessen Sein erwiesen ist, wurde aus der Tatsache gefolgert, was ich denke; ich bin also, während ich denke, und nur dann. Wollte ich aufhören zu denken, so gäbe es keinen Beweis meiner Existenz mehr. Ich bin ein denkendes Etwas - eine Substanz - dessen ganze Natur oder dessen ganzes Wesen im Denken besteht und das zu seinem Sein weder Raum noch irgend etwas Materielles benötigt." "Durch das "Ich denke, daher bin ich" wird der Geist zu etwas Gewisserem als die Materie und mein Geist (für mich selbst) zu stärkerer Gewissheit als der Geist anderer. Daraus resultiert die subjektivistischeTendenz aller von Descartes abgeleiteten philosophischen Systeme sowie die Auffassung, Materie - wenn überhaupt - nur daraus erkennen zu können, was sich aus geistiger Erkenntnis schließen lässt."
(Bertrand Russel, Philosophie des Abendlandes, zu Descartes)

Niedrige Tiere wissen nicht, dass sie und ihre Umwelt „sind“. Sie leben rein passiv. Dem Menschen dagegen sagt sein Denken, dass er und seine Umwelt seien. Daher reagiert er nicht lediglich, sondern agiert.


 

Nur (subjektive) "Gewissheit " über das eigene Ich haben wir, nicht (objektives) Wissen, wir sind nur im "Denken"! ".... schließe ich somit zurecht, dass mein Wesen einzig und allein darin besteht, dass ich ein denkendes Ich bin." (Descartes, Sechste Meditation ). Siehe auch das oben bereits angeführte Traumargument.


III

Der Satz von Descartes besagt eigentlich nichts anderes als die Gödel´schen Unvollständigkeitssätze, wonach sich kein System – wie zum Beispiel die Mathematik – aus sich selbst beweisen kann:

„Zu jeder – ω-widerspruchsfreien rekursiven Klasse κ von Formeln gibt es rekursive Klassenzeichen r, so dass weder ν Gen r noch Neg (ν Gen r ) zu Flg (κ) gehört (wobei ν die freie Variable von r ist)“

Auf die Frage des eigenen Seins des Ichs übertragen:

All unsere Vorstellungen, Begriffe und Folgerungen sind Gegenstand und Operationen unseres Denkens, einschließlich dieser Feststellung. Aufgrund dieser Selbstbezüglichkeit bleiben auch Fragen wie nach dem (eigenen) Sein sowie nach der Objektivität desselben selbstbezüglich, da auch die Gegensätze von Sein und Nichtsein sowie von Objekt und Subjekt geistige Konstrukte sind. Wir können sinnvollerweise nur aussagen:Unser Bewusstsein sagt uns dies und das, aber nicht: Was uns unser Bewusstsein sagt, existiert auch unabhängig von ihm. Denn wir können nicht aus unserem Bewusstsein heraustreten und Innenwelt und Außenwelt miteinander vergleichen.

Das ist unterdessen längst auch Allgemeingut der Kognitionswissenschaften und Grund dafür, dass die Erkenntnisse der Quantenphysik nicht begrifflich beschrieben werden können.


 

Georg Santavana (1863 – 1952): „Der Glaube an die Existenz von etwas, einschließlich meiner selbst, kann unmöglich als wahr erwiesen werden und beruht, wie jeder Glaube, auf einer irrationalen Überlegung oder Eingebung des Lebens“ (Scepticism and Animal Faith, 1923).

(Oder s.o. : Das Sein kann nicht bewiesen werden, weil jeder Beweis es bereits voraussetzt!)


 

B Im eizelnen

 

I

 

Der Satz Descartes´: „cogito ergo sum – ich denke, also bin ich“ beruht auf logisch unhaltbaren, nämlich zu Zirkelschlüssen führenden Prämissen:

1) Die Prämisse „ich denke“ setzt mein erst zu beweisendes Sein bereits voraus, wie sich schon aus dem „ich“ und im übrigen daraus ergibt, dass die Verhaltensweise „Denken“ ein Subjekt voraussetzt.

Man kann zwar vom Denken auf das Sein schließen, das es voraussetzt. Aber wenn dieses erst bewiesen werden soll, kann nicht bereits das Denken feststehen, da es ohne seine Voraussetzung nicht existieren kann.

Es ist daher nicht nachvollziehbar, weshalb mein Denken evidenter und weniger beweisbedürftig sein soll, als mein Sein, dessen es hierzu bedarf. Wenn das Denken das Sein voraussetzt, kann vom Denken zwar auf das Sein geschlossen werden, das Denken aber nicht eher als das Sein bewiesen werden.

2) Die Prämisse, dass zum Denken ein Denkender gehört, nimmt ebenfalls das Beweisergebnis bereits voraus, nämlich ein seiendes Subjekt. Im übrigen bleibt unbewiesen, dass ein Denkender nur in eigener Person denken kann.

3) Die Prämisse, dass ich nur sein oder nicht sein kann, ist unbewiesen, genauso wie der aristotelische logische Grundsatz von der Widerspruchsfreiheit, nach welchem sich Gegensätze ausschließen und daher auch etwas nur sein oder nicht sein kann.Dieser  Satz lässt sich weder widerlegen noch bestätigen, weil ihn sowohl die Widerlegung als auch die Bestätigung bereits voraussetzt. Denn wenn der Satz nur wahr oder unwahr sein und demnach nur bestätigt oder widerlegt werden kann, dann besagt auch dies, dass sich diese Gegensätze von Wahr und Unwahr, Bestätigung und Widerlegung gegenseitig ausschließen, was aber doch erst bestätigt oder widerlegt werden soll!

Im übrigen hat die Quantenphysik gezeigt, dass sich Gegensätze nicht ausschließen, sondern – in Überlagerungen (sogenannten Superpositionen) und Verschränkungen ergänzen (Quantenlogik).

 

II

Der Satz Descartes´: „cogito ergo sum – ich denke,also bin ich“  ist schon deshalb zirkulär, weil er von einem existenten Subjekt und einem existenten Vorgang ausgeht.

Man kann zwar von einer Funktion (mein Denken) auf etwas Funktionierendes ( mein Ich) schließen, aber nicht von etwas bereits als seiend Angenommenen (mein Denken) auf dessen Sein (meineExistenz).

Die Prämisse, dass ich denke (die Annahme eines Ichs und eines Denkens), setzt bereits dasjenige voraus, das erst bewiesen werden soll, nämlich, dass ich bin ( „Ich“, das heißt ein existentes Subjekt; „Denken“, das heißt ein existenter Vorgang).

 

III

 

Varianten

 

1) Man kann zwar von einer Folge/Eigenschaft/Fähigkeit (Denken) auf eine Ursache/einenEigenschaftsträger/ Befähigten (denkendes Subjekt) schließen, aber nicht von einer Folge/Eigenschaft/Fähigkeit auf die Existenz einer Ursache/einesEigenschaftsträgers/Befähigten, ohne dieExistenz einer Ursache/einesEigenschaftsträgers/Befähigten bereits bei der Annahme einer Folge/Eigenschaft/Fähigkeit vorauszusetzen, da jede Folge/Eigenschaft/Fähigkeit nicht erst eine irgendwie geartete Ursache/einen irgendwie gearteten Eigenschaftsträger/ Befähigten, sondern bereits deren Existenz voraussetzt.Bereits die Prämisse des Schlusses vom Denken auf die Existenz eines denkenden Subjektes enthält daher dieses erst zu beweisendes denkende Subjekt(Zirkelschluss): „Ich“ denke, also bin „ich“. Es gilt also erst einmal zu beweisen, dass ich denke! Dieser Beweis ist wegen Selbstbezüglichkeit des Beweisenden  mit dem zu Beweisenden und damit eines dazwischenliegenden Denkaktes der Beweisführung unmöglich.

 

 

2) Man kann nicht von etwas als seiend Angenommenen („ich“, „Denken“) ohne Zirkel auf das Sein schließen, ebensowenig wie von einem als bewegt angenommenen Körper auf dessen Bewegung oder von dessen Kugelförmigkeit auf eine Kugel.

 

3) Außerdem setzt die Annahme der Beweisbarkeit und jede logische Schlussfolgerung als Seiendes das Sein bereits voraus. Wäre „ich“ nichts Seiendes, könnte mein Sein also nicht widerlegt werden.

 

 

4) „ Ich denke.“

Denken kann man nur, wenn man ist.

Also bin ich.“

 

Die Prämisse – ich denke– lautet abstrahiert: Etwas Seiendes – ich – bewirkt einen Prozess – denkt -, tätigt also etwas Seiendes (Zeitliches). Da auch Tätigen etwas Seiendes (Zeitliches) ist: Etwas Seiendes„seint“= ist.

 

Prämisse und Schlussfolgerung sind also Tautologien!

 

Du weißt also, dass du bist, weil es Dinge außer dir gibt, die dieses Selbstbewusstsein in dir erwecken; du könntest aber nicht wissen, dass es Dinge außer dir gebe, wenn du nicht wüsstest, dass du selbst bist. Dies, dünkt mich, heißt sich in einem Kreise herumdrehen, der weder Anfang noch Ende hat, und du hast also keinen hinlänglichen Grund zu glauben, dass du selbst bist.“ (Christoph Martin Wieland ,1733-1813)

 

 

 

 

 

 

 

 

Exkurs

 

Gedanken über den Tod

 

Der Tod öffnet der dahinscheidenden Seele nicht die Tore zur Hölle und Verdammnis,sondern er schließt sie hinter ihr.“

Waldemar Bonsels (Werk: Runen undWahrzeichen)

 

"Und klopfte man an die Gräber und fragte die Toten, ob sie wiederauferstehen wollten; sie würden mit den Köpfen schütteln." (Arthur Schopenhauer)

 

"Alles stirbt. Alles stirbt gern."(Hermann Hesse)

 

Kohelet ( AltesTestament, Pred. 7.1; 4.2,3 ):

 

„..besser der Todestag als der Geburtstag.

 

Da pries ich die Toten,die längst gestorben, glücklicher als die Lebenden, die noch am Leben sind, und höher als beide den, der noch nicht ins Dasein trat und das üble Geschehen nicht sah, das vorgeht unter der Sonne.“

 

 

1)  

Θάνατος οὐδὲν διαφέρει τοῦ ζῆν

Der Tod unterscheidet sich nicht vom Leben.“ (Thales von Milet, ca. 624-546 vor Chr.; DL I 35: DK 11 A 10 )

 

¨Ταὐτό τ' ἔνι ζῶν καὶ τεθνηκός...- Dasselbe ist : lebend und gestorben...“ ( Heraklit, 545-475 v. Chr. )

 

Raum und Zeit existieren lediglich im menschlichen Bewusstsein. Dies lehren die Philosophen des Idealismus. Die  modernen Naturwissenschaften bestätigen diese Lehre, zuletzt die Wheeler-de-Witt-Gleichung. Nach der Relativitätstheorie ist die Raumzeit relativ. Insbesondere gibt es keine Gleichzeitigkeit. Daher gibt es im Universum  immer eine Beobachterposition,von der aus betrachtet unsere Geburt noch nicht oder unser Tod schon eingetreten oder ein noch nicht Geborener schon geboren oder ein Gestorbener noch nicht gestorben ist (Albert Einstein: „Leute wie wir, die an die Physik glauben, wissen, dass die Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur eine hartnäckige, beharrliche Illusion ist.“). Für einen mit Lichtgeschwindigkeit bewegten Körper schrumpft die Raumzeit auf Null. Nach den Erkenntnissen der Quantenphysik befinden sich die Elementarteilchen in ihrer unbeobachteten Superposition in einem durch Raum und Zeitnicht scharf festgelegten Zustand. Demnach sind wir – elementar betrachtet – zugleich überall als auch nirgends. Sein und Nichtsein sind lediglich Erscheinungsformen von etwas, das weder ist noch nicht ist. Erwin Schrödinger (1882-1961;Quantenphysiker, Nobelpreisträger): „Die in Raum und Zeit ausgedehnte Welt existiert nur in unserer Vorstellung.“ WernerHeisenberg (1901-1976; Quantenphysiker - „Unschärferelation“ -,Nobelpreisträger): „ ... dass nicht einmal die Eigenschaft des`Seins`... dem Elementarteilchen ohne Einschränkung zukommt. “Hans-Peter Dürr (geboren 1929; Quantenphysiker, alt. Nobelpreisträger): “Es gibt … gar nichts Seiendes, nichts, was existiert.“

 

Die Erscheinungen in der Natur sind daher letztlich über Raum und Zeit erhaben.

 

Hinzu kommt, dass nach den physikalischen Erhaltungsätzen (Energieerhaltungssatz, Zweiter Hauptsatz der Wärmedynamik von der Zunahme der Entropie) letztlich „nichts verlorengeht“. Wohin sollte es auch „verlorengehen“? Etwa ins „Nichts“? Dieses Nichts kann es nicht geben, da es ja sonst etwas wäre.

 

Da also die Zeit nur Vorstellung ist, gilt dies auch für das Entstehen, die Veränderung und  das Vergehen, insbesondere also auch für die Geburt und den Tod des Menschen. Wir sind also zeitlos.

Die Unterscheidung von Geburt, Leben und Tod führt zu den für Kontinuen wie Raum und Zeit typischen  Paradoxien:

Es ist vollkommen ausgeschlossen, geboren worden zu sein. Denn wäre man geboren worden, müsste es einen letzten Augenblick gegeben haben, in dem man noch nicht geboren war, und einen ersten Augenblick, in dem man bereits geboren war. Beide Augenblicke müssten sich unterschieden haben und daher voneinander getrennt gewesen sein. Sie können aber nicht getrennt gewesen sein, da jeder noch so kleine Zwischenraum entweder zum letzten Augenblick des Noch-nicht-geboren-Seins oder zum ersten Augenblick des Bereits-geboren-Seins gehört haben müsste. Denn während dieses Zwischenraumes kann man nicht gleichzeitig. ungeboren und geboren und auch nicht weder ungeboren noch geboren gewesen sein .
Ebenso ist es vollkommen ausgeschlossen, zu sterben. Denn stürbe man, müsste es einen letzten Augenblick geben, in dem man noch lebt, und einen ersten Augenblick, in dem man bereits tot ist. Beide Augenblicke müssten sich unterscheiden und daher voneinander getrennt sein. Sie können aber nicht getrennt sein, da jeder noch so kleine Zwischenraum entweder zum letzten Augenblick des Noch-Lebens oder zum ersten Augenblick des Bereits-tot-Seins gehören müsste. Denn während dieses Zwischenraumes könnte man nicht gleichzeitig lebendig und tot und auch nicht weder lebendig noch tot sein.

 

 

Da auch der Raum nur Vorstellung ist, sind wir auch unkörperlich.

 

Nach dem Absterben unseres (vorgestellten) Körpers und des damit verbundenen Bewusstseins bleibt daher allenfalls nur „Geist“ und die Frage, ob er noch Individualität genießt. Die Hoffnung darauf nährt sich von der Überlegung, dass ein nicht individualisierter Geist mangels Unterscheidbarkeit von irgendetwas anderem keine Identität aufwiese.

 

Da die Raumzeit zumindest - nämlich nach der Allgemeinen Relativitätstheorie -   von der Materie abhängt, und sich diese nicht ins Nichts auflösen, sondern sich nur verändern kann (Erhaltungssätze), zerstreut sie sich nach dem Tod eines Lebewesens mit den letzten Elementarteilchen unseres Körpers. Da die Elementarteilchen unseres Körpers letztlich (mangels Beobachtung nach dem Absterben unseres Bewusstseins) über Raum und Zeit erhaben sind (Quantenphysik),  bleibt auch hier nur noch die Frage nach dem Geist.

 

2) Uns ist das Leben - zum Ausgleich für das "Diktat der Geburt (Kant), d.h. dafür, dass wir vor unserer Zeugung nicht gefragt wurden - zur Probe gegeben mit jederzeitiger Widerrufsmöglichkeit.  Diese ist allerdings erheblich durch die Unkenntnis des Wesens des Todes eingeschränkt, die uns der Möglichkeit des Vergleiches mit dieser Alternative beraubt.

Wir können uns also nur zwischen der Last des Lebens – nur in einer solchen Situation stellt sich das Problem – und dem Risiko des Todes entscheiden, wobei uns die Entscheidung zu Gunsten des Lebens durch die Gewissheit erleichtert wird, dass der Tod ohnehin einmal eintreten wird.

(Nur) dieser Eintritt selbst betrifft uns nach Epikur überhaupt nicht, denn, „wenn wir sind, ist der Tod nicht da; wenn der Tod da ist, sind wir nicht  - ἐπειδήπερ ὅταν μὲν ἡμεῖς ὦμεν, ὁ θάνατος οὐ πάρεστιν,ὅταν δὲ ὁ θάνατος παρῇ, τόθ΄ἡμεῖς οὐκ ἐσμέν).

 

3)

 

Wir leben zwar im Bewusstsein der Zeitlichkeit unseres Lebens. Aber um uns diese Zeitlichkeit bewusst machen zu können (sei es, dass die Zeit außerhalb unseres Bewusstseins existiert oder nur ein Konstrukt desselben ist), muss das Bewusstsein selbst überzeitlich sein, unser Leben also transzendieren.

Dass es nicht raumgebunden ist, ist offensichtlich, denn wir können es nicht lokalisieren. Trotzdem wird es aber als individuell empfunden.

Es spricht also viel für ein raum-zeitloses, aber auch in derTranszendenz individuelles Bewusstsein.

Dieser Bewusstseinszustand nach dem Tod (und auch vor der Zeugung?) muss nicht „erlösend“ sein. Denn dann wäre das Leiden während des Lebens überflüssig. Auch haben wir eine Hemmschwelle, unserem Leben selbst ein Ende zu setzen, sowohl aufgrund der Ungewissheit über einen Zustand nach dem Tod als auch (religionsunabhängig) moralisch. Diese Hemmschwelle wäre überflüssig, wenn das Leben mit seinem Leid überflüssig wäre.

 

Es scheint uns also etwas in der Hand zu haben, was der “Sinn“ des Lebens und des Sterbens und der Transzendenz ist.

 

4)

 

Da es verschiedene Bewusstseinsebenen gibt – sowohl beim einzelnen Lebewesen (zum Beispiel: Traum, Wahn, Erfahrungs- und Wissensniveau, Erinnerung) als auch bei den verschiedenen Arten der Lebewesen (Tiere ohne Selbstbewusstheit, niedrige sogar ohne Schmerzempfinden usw.) - erscheint das Bewusstsein aber materieabhängig und damit auch selbst raum – und zeitverwoben und letztlich selbstbezüglich. Weil die Bewusstseinsebenen aber - auch in ihrer Entwicklungsgeschichte - nicht stufenweise getrennt sind, sondern fließend ineinander übergehen (keine sog. Fulguration) und bewusste Leistungen gegenüber unbewussten keinen Überlebensvorteil bieten, erscheinen sie evolutionsunabhängig (Hoimar v. Ditfurth), nämlich nicht von Gensprüngen abhängig. Das Bewusstsein scheint somit seinerseits Ausfluss eines übergeordneten Geistes zu sein. Dieser scheint vom lebenden Körper aus gesehen von diesem radarartig mit unterschiedlicher Aufnahmefähigkeit und in unterschiedlicher Aufnahmestärke als Bewusstsein empfangen zu werden; vom Geist aus gesehen scheint sich dieser im lebenden Körper in sich selbst als Bewusstsein zu krümmen (Die Selbstbezüglichkeit unseres Denkens, das in letzten Abstraktionen immer zu unendlichen Regressen beziehungsweise Progressen oder zu Zirkelschlüssen führt, macht dies anschaulich).

 

Mit dem Tod geht dann (aus raumzeitlicher Sicht) das individuelle Bewusstsein wieder wie vor der Zeugung in dem allgemeinen Geist auf, ohne dass das raumzeitliche Leben „war“ -  denn „außerhalb“ der Raumzeit kann es diese nicht „geben“- und erst recht, ohne dass es dafür einen Grund gab oder mit ihm ein Zweck verfolgt wurde, denn auch Grund und Zweck setzen wie alles Seiende (in unserem Bewusstsein) die Raumzeit bereits voraus.

 

Der Geist scheint nicht nur am und im Leben zu wirken, sondern auch der unbelebten Natur – ihrerseits bloßes Konstrukt unseres Bewusstseins – übergeordnet innezuwohnen. Allein, dass etwas ist (in unserem Bewusstsein) und nicht nichts, und, dass es so statt anders ist -  diese sogenannte Kontingenz, dieses Nichtkörperliche und bewusstseinsmäßig Unbegreifliche, auf das alle (vom Bewusstsein kausalitätsgeprägten) Fragen letztlich stoßen , im Kleinsten beim Quantensprung – legt die Bezeichnung als „Geist“ nahe.

 

Der im raumzeitlichen Denken verhaftete Glaube an ein individuelles „ewiges“ Leben „nach“ dem Tod (aber auffälligerweise nicht bereits vor der Zeugung) ist naiv, weil er unsere raumzeitlichen Vorstellungen ins Unvorstellbare extrapoliert. Näher liegt die Ahnung, dass die Unbegreiflichkeit des Seins auf eine Gefangenschaft von Geist im Leben und demnach auf eine Befreiung durch den Tod hinweist. Noch kein Toter hat sich glaubhaft einem Lebenden mitgeteilt ( Man erlebt allenfalls seltsame Auffälligkeiten nach dem Tod nahestehende rPersonen). Aber gerade dies kann als die unmissverständliche Botschaft gedeutet werden, dass uns Unbegreifliches erwartet, wie es das Nichts wäre, das es nicht geben kann, ohne dass es doch etwas wäre, wie es umgekehrt das Sein nicht nicht geben kann, da auch die Verneinung Sein voraussetzt.

 

Vielleicht ist unser Leben  bereits das „ewige“ Leben „nach“ dem Tod, weil außerhalb der von uns ja nur vorgestellten Raumzeit unser Tod unsere Geburt ist und umgekehrt.

Unser Denken ist Konstrukt unseres Bewusstseins, unser Bewusstsein ist Konstrukt eines Geistes und der Geist ist Konstrukt unseres Denkens. Und ein Wurm denkt nicht und stirbt ebenfalls. Und ein Sinn fragt nach dem Sinn von Sinn. Und ein Raumfahrer betrachtet das Erdenleben und die Unendlichkeit des Alls und fühlt sich befreit von jeglichem Sinn!

 

Nur wer die sinnlose Sinnfrage stellt, leidet und fürchtet den Tod. Wer die Sinnlosigkeit von Sinn einsieht, steht bereits mit einem Bein gelassen im Tod, atmet bereits den von allen Vorstellungen freien, wenn auch von ihnen konstruierten Geist, der diese Vorstellungen und die Befreiung davon konstruiert hat.

 

Der Mensch erwacht aus dem Traum in die Realität und aus dem Leben ins Unvorstellbare.

 

Euripides fragt : „τίς δ΄οἶδεν, εἰ ζ ῆν τοῦθ΄ ὁ κέκληται θανεῖν, τὸ ζ ῆν δὲ θνῄσκειν ἐστί; - wer weiß, ob das Leben Sterben ist, das Sterben aber Leben? “

 

5)

 

Jenseitsglaube

 

 

Wenn man an eine Transzendenz glaubt, also an etwas, was unsere Vorstellungen transzendiert , also übersteigt, dann sollte man auch so konsequent sein und sich keine Vorstellungen von Transzendentem machen!

 

Auf konkrete Selbstwidersprüche des Jenseitsglaubens zielen die folgenden Fragen ab:

 

Warum sollte für den Menschen nach dem Tod etwas anderes gelten als für die anderen Lebewesen?

 

Warum sollte das, was für den Menschen nach dem Tod gilt, nicht auch für ihn vor der Zeugung gegolten haben?

 

Warum sollte es erst ein irdisches Leben und in strikter Trennung und Unterscheidung davon danach ein „Leben nach dem Tode“ beziehungsweise eine Auferstehung geben?

 

Warum sollte auch in der Transzendenz die Zeit weiterlaufen in dem Sinne, dass dem Tod noch etwas Erlebbares folgt?

 

Warum sollte es auch nach dem Tod noch ein Erleben geben?

 

Warum sollte es auch in der Transzendenz die Menschen  noch als Individuen geben,also das irdische Seinsmerkmal der Unterscheidbarkeit beibehalten sein?

 

Warum sollte es auch in der Transzendenz noch ein Sein geben und damit der Gegensatz von Sein und Nichtsein nicht aufgehoben sein?

 

Warum besteht zwischen diesseitigem und jenseitigem Leben keinerlei Verbindung?

 

Warum sollte uns Gott erst im Glauben die Auferstehung von den Toten offenbart haben statt uns davon genau so wissen zu lassen wie von unserem diesseitigen Leben?

 

 

 

 

 

 

 

Anhang Quantenphysik,Relativitäts-theorien

 

A Quantenphysik– Messproblem - Lösungsversuche

 

Bei den letzten Elementen der Materie handelt es sich um Überlagerungen von Sein und Nichtsein, bloße Potentialitäten, Informationen. Erst durch die Beobachtung, das heißt durch die Wechselwirkung mit dem Instrument des Experimentes,kollabieren diese Zustände vom raumzeitlichem „ zugleich nirgends und überall“ aufgrund einer ontologischen, nicht lediglich epistemologischen (auf Unkenntnis beruhenden) Zufallswahrscheinlichkeit (Schrödinger´sche Wellengleichungen) zu raumzeitlichen Entitäten und zwar von je nach Beobachtung gegensätzlicher Struktur von Wellen oder Teilchen (Dualismus Welle-Korpuskel, sog. Messproblem), wobei im Falle der Korpuskularstruktur Ort und Impuls dieser Teilchen nicht mit beliebiger Genauigkeit gleichzeitig bestimmt werden können und zwar wiederum nicht lediglich aufgrund Unwissenheit, sondern aufgrund einer „verschmierten“ raumzeitlichen Existenz (Heisenberg´sche Unschärferelationen).

 

Werden solche Teilchen  „verschränkt“ , ist ihre Spinrichtung gegensätzlich, aber so überlagert, dass keinem Teilchen eine bestimmte Spinrichtung zukommt. Nach ihrer Trennung bilden sie noch insofern eine Einheit, als sie nunmehr zwar zufällige, definitive gegensätzliche Spinrichtungen aufweisen, die Änderung der Spinrichtung beim einen Teilchen aber unabhängig von der Entfernung der Teilchen voneinander gleichzeitig die Änderung auch der gegensätzlichen Spinrichtung des anderen Teilchens bewirkt (was wegen der Verschränkung keine gegen die Spezielle Relativitätstheorie verstoßende überlichtschnelle Informationsübertragung darstellt; „EPR-Paradoxon“).

 

Die Überlagerungs-/Verschränkungszustände widersprechen der aristotelischen Logik, wonach sich Gegensätze ausschließen. Man spricht hier von einer „Quantenlogik“

 

Die Prozesse im Quantenbereich unterliegen keiner strengen Kausalität, sondern systemimmanenten Zufällen, so dass sie lediglich aufgrund statistischer Wahrscheinlichkeiten vorausgesehen werden können.

 

Der bekannteste deutsche Quantenphysiker, Professor Dr. Peter Mittelstaedt, Schüler  Werner Heisenbergs, hat die Paradoxien der Quantenphysik in seiner Weiterentwicklung der Neumann´schen Quantenlogik wie folgt aufgelöst.

 

Quantenlogik bedeutet demnach, die weder logisch noch experimentell begründete Ontologie der klassischen Newton´schen Physik insoweit  zu modifizieren, als es notwendig, aber auch ausreichend ist, um die sich aus der Sicht dieser Ontologie und nur aus dieser Sicht ergebenden Paradoxien der experimentell abgesicherten Ergebnisse der Quantenphysik aufzulösen,insbesondere das sog. Messproblem (Beobachtungsabhängigkeit von Quantenobjekten) durch Aufgabe der Hypothese , dass physikalische Objekte streng unterscheidbar und damit durchgehend durch Eigenschaften (Messwerte) bestimmt seien (Kant, Kritik der reinenVernunft, B 600 ). Eigenschaften (Messwerte) entstehen erst durch die Beobachtung (Messung), das Beobachtungsobjekt trägt sie nicht in sich. Schon Aristoteles hatte hervorgehoben, dass das Sein keine Eigenschaft ist, Eigenschaften erst beigemessen werden.

Die quantenphysikalischen Phänomene sind unterdessen auch im makrokosmischen Bereich nachgewiesen worden (z.B. Superfluidität, Neutronensterne, Frühstadium des Universums).Sie sind also universell gültig. Es wird Zeit, unsere Denkgewohnheiten und traditionellen Denkvorstellungen umzustellen wie beim Übergang des ptolemäischen auf das kopernikanische Weltbild und vom Kreationsdenken zur Evolutionslehre.

 

Auffällig scheint mir, dass sich die Paradoxien der Quantenphysik nur bei solchen Eigenschaften der Quantenobjekte einstellen, die raumzeitabhängig sind wie zum Beispiel Ort, Impuls und Spin, nicht bei raumzeitunabhängigen wie Ladung und Masse (abgesehen von deren relativistischer Relevanz).

Raum und Zeit führen ja auch im makrokosmischen Bereich zu Paradoxien: Sie sind unendlich teilbar, bestehen aus nulldimensionalen Punkten; es kann kein „außerhalb“ des Raumes geben, da dies schon wieder eine raumzeitliche Vorstellung ist, und kein „vor“ oder „nach“ der Zeit, da auch dies die Zeit bereits beziehungsweise noch voraussetzt (Begriffe wie „Schöpfung“, „Entstehung“ können daher auf die Zeit nicht zutreffen, da sie diese voraussetzen, was in Theologie und Philosophie meist übersehen wird).

 

Liegt das sogenannte Messproblem wirklich in der Annahme der Raumzeit als eines – wenn auch nach der SRT  relativistischen und nach der ART strukturierten - Kontinuums? ( Nach der Wheeler- De- Witt- Gleichung ist es gelungen, die Zeit aus der pysikalischen Beschreibung zu eliminieren) Kann es durch die Entdeckung  einer Quantenstruktur der Raumzeit gelöst werden (zusammen mit der Vereinigung von Relativitäts- und Quantentheorie)?

 

Mittelstaedt schlägt eine neue Quantenlogik vor, insbesondere die Befreiung von der Vorstellung,dass Quantenobjekte alle Eigenschaften positiv oder negativ aufweisen müssen, statt sie erst durch Wechselwirkungen wie die Beobachtung zugeordnet zu bekommen. Das Ganze ist qualitativ etwas anderes als die Summe seiner Teile. Seine neuen Eigenschaften entstehen erst durch die Struktur dieser Teile. So erhält das Quantenobjekt erst durch die Verbindung mit seiner Umwelt diverse Eigenschaften, die zuvor lediglich potentiell vorhanden waren.

 

B Relativitätstheorien –Verständnisversuch

 

I Spezielle Relativitätstheorie

 

Da sich Licht in der Raumzeit (Einheit aus den drei Raumdimensionen und der negativen– weil verändernden – Zeitdimension) mit absoluter (von der Bewegung der Lichtquelle unabhängiger) Geschwindigkeit ausbreitet, stehen Raum und Zeit in Relation zu ihr und nicht, wie in der klassischen Newton´schen  Physik angenommen, umgekehrt. Da diese Geschwindigkeit nicht überstiegen werden kann (außer durch die Expansion der Raumzeit selbst), kann es jenseits von ihr nichts Raumzeitliches mehr geben, so dass die Lichtbestandteile (Photonen) ohne Eigenzeit und masselos sind und alles, was sich nahe dieser Geschwindigkeit   bewegt, eine mit der Höhe der lichtnahen Geschwindigkeit gegen Null strebende Verlangsamung der Eigenzeit und eine  wegen der mit wachsender Geschwindigkeit wachsenden Energie ( E=mc²) gegen Unendlich strebende Zunahme der Masse erfährt. (Die Lichtgeschwindigkeit kann durch Massekörper nicht erreicht werden,da sonst ihre Masse unendlich groß würde, weshalb Photonen keine Masse aufweisen).

Außerdem erfahren solche Körper in Bewegungsrichtung eine Verkürzung ihrer Länge, da sich sonst ihre Begegnungsgeschwindigkeit gegenüber entgegenkommendem Licht auf eine – von der Natur ja ausgeschlossene - Überlichtgeschwindigkeit addieren würde, was bei der Längenverkürzung vermieden wird, weil sich dabei relativ zu ihr der Raum dehnt, das Licht also eine größere Strecke zurücklegen muss, wozu es mehr Zeit benötigt, so dass der Geschwindigkeitszuwachs bei der Begegnung kompensiert wird.

 

Die Verlangsamung der Zeit kann man so veranschaulichen: Leuchtet in einem fahrenden Zug ein Passagier mit seiner Taschenlampe senkrecht zu Boden, dann erscheint dieser Lichtstrahl für einen Beobachter außerhalb des Zuges als in Fahrtrichtung nach vorne gekrümmt, weil die Zwischenpositionen der Strahlenteile von der Hand des Passagiers aus bis zum Boden und der Ankunftspunkt dort mit dem Zug sukzessive nach vorne wandern. Das Licht muss daher für den Außenbeobachter eine längere Strecke zurücklegen. Da seine Geschwindigkeit aber gleich bleiben muss, weil sie naturgesetzlich nicht überschritten werden kann, muss sich während des Durchlaufens der verlängerten Strecke auch die Zeit verlängern, denn Geschwindigkeit ist  Weg, dividiert durch Zeit. Für den Innenbeobachter vergeht also während des Vorganges weniger Zeit als für den Außenbeobachter, er bleibt jünger.

 

Zwillingsbrüder, von denen der eine sich per Rakete mit einer Endgeschwindigkeit, die der  des Lichtes nahekommt, von der Erde weg- und wieder zurückbewegt, und der andere auf der Erde verbleibt, sind nach der Rückkehr des ersteren aus wechselseitiger Sicht unterschiedlich alt geworden. Der Raketenfahrer nämlich ist aus der Sicht seines auf der Erde verbliebenen Bruders, nach der sich die Rakete weg- und zurückbewegt hatte, jünger geblieben, aber auch der auf der Erde Verbliebene ist aus der Sicht des Raumfahrers, nach der sich die Erde von ihm weg und wieder auf ihn zubewegt hatte, jünger geblieben (sog. Zwillingsparadoxon). Bei der Rückkehr der Rakete zur Erde wird durch die für die Landung benötigte Bremsung die Zeit wieder schneller, bis die Zeit der Erde – die für die Brüder nach der Landung wieder das gemeinsame Bezugssystem darstellt - erreicht ist.

 

Raumverkürzung und Zeitverlangsamung lassen sich auch in einem einzigen Beispiel veranschaulichen:

Vom Heck der bewegten Rakete wird ein Lichtstrahl zum Bug gesandt. Für den Raumfahrer im Inneren legt er einen Weg zurück, welcher der Länge der Rakete entspricht. Für einen Außenbeobachter dagegen, der sich nicht in die gleiche Richtung mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Rakete bewegt, also relativ zu dieser ruht, muss besagter Lichtstrahl einen längeren Weg zurücklegen, da ihm die Raketenspitze mit der Rakete sozusagen vorauseilt und er sie daher erst einholen muss. Da die Geschwindigkeit des Lichtstrahls immer gleich bleibt, obwohl sich seine Quelle am Raketenheck nach vorne bewegt hatte, ihn also „angeschoben“ hatte, und ihr Wert sich nach der Formel Weg:Zeit berechnet, muss sich bei diesem Bruch, wenn sich der Zähler erhöht, also der Weg vergrößert, im gleichen Verhältnis auch der Nenner, also die Zeit, vergrößern und umgekehrt.

Das bedeutet:

1) Aus der Sicht des Außenbeobachters ist der Abstand zwischen dem Start- und dem Zielpunkt des Lichtstrahls größer als aus der Sicht des Innenbeobachters, aus seiner Sicht „schrumpft“ also der Abstand für den letzteren.

2) Aus der Sicht des Außenbeobachters dauert der Vorgang länger als aus der Sicht des Innenbeobachters, aus seiner Sicht ist also mehr Zeit als für den letzteren vergangen, die Zeit schneller als für den letzteren verstrichen.

 

Es ist allerdings zu bedenken, dass die Relativitätstheorie (wie auch die Quantentheorie und überhaupt die Physik) immer nur Messergebnisse betrifft. Über die Qualität der Messobjekte trifft sie keine Aussagen, also auch nicht darüber, ob der Raumfahrer nach seiner Rückkehr jünger aussieht (oder was ein Elementarteilchen ist, das sich bei Messungen sowohl als Welle als auch als Korpuskel zeigt).   

 

 

II Allgemeine Relativitätstheorie

 

Bei Geschwindigkeitsänderungen (Beschleunigungen und Verzögerungen) kommt die Trägheit zum Wirken. Der Raumfahrer wird bei Beschleunigung der Rakete nach hinten und bei der Bremsung nach vorne gedrückt.

Warum wird er auch auf der Erde gegen diese gedrückt? Da sich diese nicht in seine Richtung beschleunigt, ging die klassische Newton´sche Physik von einer Anziehungskraft (Gravitation) aus.

 

Doch fiel Einstein folgendes auf:

 

In jedem relativ zueinander bewegten oder ruhenden System gelten die gleichen Naturgesetze.

Steht eine Rakete auf der Erde, stellt sie kein eigenes solches Bezugssystem dar ,sondern gehört zu dem der Erde. Der Raumfahrer, der sich in ihr befindet, wird also aufgrund der Erdgravitation in Richtung Erdboden gedrückt.

Befindet sich die Rakete nicht auf der Erde, bildet sie ein eigenes Bezugssystem. Der Raumfahrer wird in diesen Fällen nur dann nach hinten oder vorne gedrückt, wenn die Rakete beschleunigt beziehungsweise verzögert wird. Grund hierfür ist dann die Trägheit seines Körpers, die seine vor der Beschleunigung eingenommene Ruheposition oder seine vor der Beschleunigung beziehungsweise Verzögerung eingehaltene gleichförmige, geradlinige Bewegung beizubehalten sucht. Ohne positive oder negative Beschleunigung (Verzögerung), schwebt der Raumfahrer im Bezugssystem Rakete, auch wenn diese im Schwerefeld derErde auf diese zurückstürzt, da er dann von der Gravitation mit der gleichen zunehmenden Geschwindigkeit wie die ihn umgebende Rakete erfasst wird.

Was also im Bezugssystem Erde die Gravitation bewirkt, bewirkt im Bezugssystem Rakete die Trägheit. Da in beiden die gleichen Naturgesetze gelten,können Gravitation und Trägheit nur identisch sein.

Einstein verlagerte daher die Unterschiede von Trägheit und Schwerkraft einfach auf die Raumstruktur (so wie er in der Speziellen Relativitätstheorie angesichts der Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit von Raum und Zeit eben Raum und Zeit in die Relativität verlagert hatte):

 

Materiekörper streben aufeinander zu, weil in ihnen und in ihrer Umgebung – mit der Entfernung abnehmend – die Raumzeit „gekrümmt“ ist.

 

Zur Erklärung genügt es zunächst, die Krümmung des Raumes zu betrachten ( Wenn man von einem auf großen Skalen „flachen“ Universum spricht, ist damit nicht die geometrische Struktur gemeint, sondern, dass sich die Expansion weder einer Explosion noch einer Implosion nähert, sondern fast parallel – „flach“ – zur Alterskoordinate verläuft. Denkt man sich das Weltall analog einer nur dreidimensionalen Kugeloberfläche, strebt deren Krümmung seit jeher gegen Null, die unbegrenzte, aber endliche Fläche gegen Unendlich.)

Jeder sich selbst überlassene, nicht ruhende Körper bewegt sich nach dem Trägheitsprinzip gleichförmig geradlinig fort. Gerät er in einen gekrümmten Raum, folgt er dieser Krümmung. Sie wird in Richtung zur Materie stärker und damit auch die Geschwindigkeit eines in sie geratenen Körpers.  In der Umgebung der kugelförmigen Erde zum Beispiel wird der Körper so in eine Kreisbahn um diese gezwungen. Im Bereich der Lufthülle wirkt aber die Reibung der Trägheit und damit der Beibehaltung der Bewegungsrichtung entgegen, so dass der Körper immer stärker von der Raumgeometrie  geleitet wird und daher spiralförmig und schließlich bogenförmig der in Richtung der Erde immer stärker werdenden Raumkrümmung folgt und endlich auf die Erde trifft.

Einem Stein, der von einem auf der Erde oder einem (mit dieser ja verbundenen) Turm stehenden Menschen in der Hand gehalten wird, wird die Drehbewegung der Erde mitgeteilt. Wird er losgelassen, schlägt er aus der Sicht des sich mitdrehenden Menschen senkrecht auf der Erde ein, da die Trägheitsrichtung, deren Geradlinigkeit wegen der relativ geringen Erdkrümmung vernachlässigt werden kann, durch die Mitdrehung des Menschen eingeholt wird. Von einem Raumfahrer aus betrachtet, beschreibt aber der Stein einen Bogen. Ebenso ein Gegenstand, der von einem Hubschrauber – einem eigenen Bezugssystem - abgeworfen wird, der genau über einem Punkt der Erde relativ  zu dieser stehengeblieben ist,  sich also – von außerhalb der Erde aus betrachtet - deren Umdrehungsgeschwindigkeit angepasst und sie dem Gegenstand mitgeteilt hat.

 

Trägheit und Gravitation unterscheiden sich somit lediglich geometrisch. Erstere wirkt linear, letztere bei Sternen und Planeten sphärisch.

 

 

Auch die – nach der Speziellen Relativitätstheorie relative – Zeit ist mit dem –relativen - Raum gekrümmt. Sie verzögert sich mit zunehmender Krümmung und kommt daher in schwarzen Löchern zum Stillstand, wie dies auch im Urknall, wenn sie mit ihm entstanden ist, der Fall war. Die der Gravitation äquivalente Trägheit verlangsamt die Zeit des Raumfahrers in die Bewegungsrichtung der beschleunigten Rakete. Bei deren Bremsung beschleunigt sie diese Zeit.

 

Die Zeit verlangsamt sich für den Raumfahrer bei der Beschleunigung der Rakete also sowohl aufgrund der wachsenden Geschwindigkeit als auch aufgrund der wachsenden Trägheit, wobei letztere vernachlässigt werden kann, und bei seiner durch die Gravitation bewirken Beschleunigung sowohl aufgrund seiner wachsenden Geschwindigkeit als auch aufgrund der wachsenden Gravitation, wobei erstere vernachlässigt werden kann.

 

 

III Verhältnis zur Quantenphysik

 

Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie besteht ein strenges Abhängigkeitsverhältnis zwischen Materie und Raumzeit. Nach der Quantenphysik weisen dagegen die Elemente der Materie keine strenge raumzeitliche Struktur auf. Sie können also die Raumzeit nicht streng strukturieren und von ihr streng strukturiert werden.

 

Nach der Allgemeinen Relativitätstheorie ist die Raumzeit im Urknall unendlich gekrümmt („Singularität“), weil auf kleinstem,  gegen Null strebendem, wenngleich unbegrenztem Raum die Grundbestandteile der Materie angelegt gewesen sein müssen.(Nach der klassischen Physik strebt die Gravitationskraft gegen Unendlich).

 

Das widerspricht den experimentell abgesicherten Ergebnissen der Quantenphysik, wonach die Materie nicht unbegrenzt auf materielle Elemente zurückzuführen ist, sondern in nicht streng raumzeitlich individualisierte, dynamische Strukturen „gestückelt“ ( gequantelt) ist.

Eine Vereinigung der beiden Theorien wird unter anderem durch die Annahme einer auch gequantelten Raumzeit oder einer in sich gekrümmten Raumzeit ohne Anfang versucht.

 

Im Falle einer Quantelung auch der Raumzeit wäre auch diese im elementaren Bereich aufgrund des Quanteneffektes nach der Quantentheorie nicht streng determiniert. Im Urknall wären die Raumzeitquanten nur begrenzt gekrümmt.

 

Die Annahme einer im Urknall in sich gekrümmten, anfangslosen Zeit kommt der Logik entgegen, wonach jeder Anfang bereits ein Zeitpunkt ist und daher die Zeit bereits voraussetzt, weshalb es keinen Anfang der Zeit selbst geben kann, und auch der Raum nicht auf einen ersten Raumpunkt zurückgeführt werden kann, da ein solcher bereits den Raum voraussetzt, dessen Punkt er ist.

 

IV Anmerkung zur Raumzeit

 

Auch die Annahme einer Raumzeit in den beiden Relativitätstheorien kommt der Logik entgegen:

 

Gäbe es keine Zeit, gäbe es auch keinen Raum, denn es gäbe keine Dauer, in der er bestehen könnte.

Gäbe es keinen Raum, gäbe es auch keine Zeit, denn wo es nichts gibt, das von irgendeiner Dauer ist, sei es, dass es ruht oder sich bewegt, vergeht auch keine Zeit.

Raum und Zeit manifestieren sich im Gegenständlichen (Materie, Energie, Potentialität, Feld) und seinen Beziehungen zueinander (zum Beispiel Ursache einschließlich Zufall, Wirkung, Bewegung, Raumzeitkrümmung).Denkt man sich all dieses weg, verschwinden daher auch Raum und Zeit ( wie  Einstein eimal erläuterte).

 

 

 

 

Scheinprobleme in Philosophie und Theologie

 

I  Bin ich? Ist überhaupt etwas?

 

1) Der Beweis Descartes´ für das eigene Sein – „cogito, ergo sum (ich denke,daher bin ich)“ – ist ein Zirkelschluss: Ich denke, daher bin ich; ich bin, daher denke ich!

In der Prämisse,dass „ich denke“ ist bereits das Ergebnis eines Ichs vorweggenommen!

 

2) Das Sein als solches lässt sich nicht beweisen, da Beweise es bereits voraussetzen.

 

II Sein – Nichtsein – Nichts

 

Das „Sein“ ist „Alles“ einschließlich des Nichtseins (des nicht Seienden), das genau so real ist wie das Sein.

 

Das Nichts kann es nicht geben, da es sonst ja doch etwas wäre.

 

Geht man von der Möglichkeit eines sog. absoluten Nichts aus, dessen Sein nicht im gegenständlichen Sinn zu verstehen ist, sondern nur im aussagenden Sinn (der freilich auch das Sein voraussetzt), dann umfasst das „Sein“ als „Alles“ auch das Nichts und dieses in seiner Absolutheit auch das Sein. Beide sind dann identisch und in ihrer „Ein“- heit und „All“- heit ohne Identität ( i.S.v. Unterscheidbarkeit von Anderem).

 

III Die Grundfrage: Warum ist überhaupt etwas,  warum ist es gerade so, und warum ist nicht nichts?

 

1) Gründe sind etwas Seiendes. Sie setzen daher das Sein bereits voraus und können nicht für das Sein selbst gelten. Das Sein kann auch nicht anders sein, da die Möglichkeit, anders sein zu können, das Sein bereits voraussetzt.

 

2) Das Nichts kann ohnehin nicht sein, da es sonst ja etwas wäre.

 

3) Der Gegensatz von Sein und Nichtsein ist etwas Seiendes und kann daher dem Sein nicht vorgelagert sein. Daher kann es statt des Seins kein Nichtsein geben.

 

IV Gibt es Gott?

 

1) Gott wird als transzendent verstanden, also als „überseiend“ (Thomas v. Aquin,Nikolaus v. Kues), als über den Gegensatz von Sein und Nichtsein erhaben. Diesen hat er -wie alles- erst  „geschaffen“ (d.h. er geht auf ihn zurück), so dass er selbst ihm nicht unterworfen ist. Ein Gott, den es gibt, wäre bloßer Gegenstand des Seins; nicht er, sondern dieses wäre die letzte und höchste Instanz. Bonhoeffer: „ Einen Gott, den `es gibt´, gibt es nicht.“ (Dietrich Bonhoeffer, Akt und Sein, Kap.B, Abschn.3b )

 

 

2) Deshalb ist Gott auch nicht beweisbar oder widerlegbar. Ein solcher Gott wäre den logischen Regeln der Beweisführung unterworfen, statt sie selbst erst „geschaffen“ zu haben.

 

V Die Theodizeefrage

 

Warum ermöglicht Gott in seiner Allmacht trotz seiner Güte auch die von ihm in seiner Allwissenheit sogar vorausgesehenen Übel, insbesondere die vom Menschen nicht (in ihrer ihnen verliehenen Selbstbestimmung) verschuldeten wie zum Beispiel Naturkatastrophen, Ungerechtigkeiten,Unvollkommenheiten usw.?

 

Da Gott alles erst „geschaffen“ hat, hat er auch Gründe erst geschaffen und unterliegt daher solchen selbst nicht, was ja auch seiner Allmacht widerspräche.

 

Er ist nicht „gut“ im Sinne des Gegensatzes von Gut und Schlecht / Böse. Auch diesen hat er ja erst geschaffen und ist ihm in seiner Allmacht nicht unterworfen.

Gott ist vielmehr in dem Sinne „gut“, dass alles in seiner Vollkommenheit aufgehoben ist, es daher nichts Besseres geben kann.

 

Im übrigen bedingen sich die gegensätzlichen Werturteile „Gut“ und „Schlecht“ gegenseitig. Gäbe es das Negative nicht, wäre das Positive lediglich etwas „Anderes“ als das Neutrale.

 

VI Geist und Materie

 

1) Der cartesianische Dualismus von Geist und Materie ist im elementaren Bereich der Materie aufgehoben. Quantenobjekte erscheinen letztlich als bloße Potentialität, Information.

Auch im makrokosmischen Bereich  ist die Materie „vergeistigt“: Masse und Energie sind ineinander umwandelbar, Materie erscheint als gekrümmte Raumzeit.

 

Noch nie haben sich alle Entitäten in den Gegensatz von Geist und Materie einordnen lassen, so z. B. nicht: physikalische Kräfte und Kraftfelder, Eigenschaften, Qualia, kausale und finale Beziehungen, Zufall, Raum und Zeit, Sein und Nichtsein.

 

2) Was den menschlichen Geist betrifft (das passive – wahrnehmende – und aktive – denkende, fühlende, wertende – Bewusstsein), so korrespondieren alle Funktionen mit materiellen Vorgängen im Gehirn.Geistige Vorgänge sind dort ablesbar, und umgekehrt lösen Reizungen von Hirnarealen geistige Vorgänge aus. Ursache und Wirkung scheinen zusammenzufallen.

Wie in derQuantenphysik erweist sich auch hier das Gegensatzdenken als überholt.

Das Ganze ist qualitativ etwas Anderes als die Summe seiner Teile, denn es besitzt Struktur, Eigendynamik, Funktion und so weiter. Die Chaosforschung zeigt, dass Komplexität neue Qualitäten schafft.

 

Das komplexe wechselwirkende System des Bewusstseins wird der Mensch nie letztlich enträtseln können, da sich kein System aus sich selbst heraus erklären kann, wie sich aus den Gödelschen Unvollständigkeitssätzen ergibt. Er bedürfte zur Erkenntnis seines Bewusstseins einer Metaebene der Betrachtung. Durch Denken das Denken erfassen zu können, hieße, sich wie Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen!

 

VII  Der philosophische Idealismus

 

Alles, was die Welt von Lebewesen ausmacht, wird über deren Bewusstsein vermittelt. Aus diesem können wir nicht hinaustreten und es anhand einer objektiven Außenwelt überprüfen. Selbst das Vorhandensein einer solchen Außenwelt und des eigenen Bewusstseins sind uns lediglich als Bewusstseinsinhalte real. Daher ist die Streitfrage völlig bedeutungslos, ob es eine Außenwelt „an sich“ gibt. Denn selbst wenn es sie gäbe, erschiene sie uns nur so, wie sie uns das Bewusstsein zeigt (einschließlich des Vorhandenseins anderer Bewusstseinsträger).

Die Erkenntnis unseres eigenen Bewusstseins und von sog. Qualia (unbeschreibbaren Sinneseindrücken, im weiteren Sinne auch von Denkvorstellungen,Gefühlsempfindungen sowie ethischen, ästhetischen und distributiven Wertungen) sprechen nicht zwingend für ein „objektives“ Überbewusstsein.

 

VIII  Zweiwertige Logik (Gegensatzdenken)

 

Gegensätze lassen sich nicht beweisen, da ein solcher Beweis sie bereits voraussetzen würde, nämlich, dass es sie nur geben oder nicht geben kann.

 

Die aristotelische Logik, wonach sich Gegensätze ausschließen (tertium non datur), ist nicht beweisbar, da jeder Beweis sie bereits voraussetzt, nämlich,dass sie nur richtig oder falsch sein kann.

DasGegensatzdenken ist in der Quantenphysik durch die Erscheinungen von Überlagerungs- und Verschränkungszuständen überholt. Diese lassen sich als Komplementärzustände interpretieren, auf abstrakter Betrachtungsebene als etwas Raumzeitunabhängiges (Potentialität,Information), von dem raumzeitliches Sein und Nichtsein lediglich Erscheinungsformen sind.

 

IX Notwendigkeit und Zufall

 

Zufall ist eine selbst ursachenlose Ursache für die Ereignisse, die er auslöst. Notwendigkeit hat selbst ebenfalls keine Ursache, ist daher „zufällig“.

Auch hier versagt unser Gegensatzdenken letztlich. In der Quantenphysik und de rEvolutionsbiologie ergänzen sich die Gegensätze von Zufall und Notwendigkeit zu einer statistischen Kausalität beziehungsweise zur Arterhaltung und – entwicklung.

 

X Determinismus

 

Dass die Zukunft festgelegt ist, ist durch das Zufallsprinzip in den Naturwissenschaften (Genmutationen, Quantensprünge, Bifurkationen) widerlegt, das ontologische Prognosehorizonte schafft.

Bereits die Logik spricht dagegen:

Wäre die Zukunft festgelegt, wären Gegenwart und Vergangenheit ein überflüssiger Umweg zu dem, was von Anfang an feststand. Entwicklungen und damit die Zeit wären Hindernisse, obwohl ihre Überwindung feststünde. „Warum ist nicht gleich, was erst werden soll?“ wäre zu fragen.

 

XI  Willensfreiheit

 

1) Wovon sollte der Wille denn frei sein? Doch nicht von den ihn bildenden Faktoren (Veranlagung, Erfahrung, Werthaltung, Angst vor Sanktionen usw.).Sonst wäre er Willkür.

 

2) Diese Willensbildung lässt sich auch nicht insoweit, als sie auf einer Abwägung beruht, in die Richtung eines bestimmten Willens steuern, ohne dass man diesen angepeilten Willen dann bereits hat.

Schopenhauer: Man kann zwar etwas tun wollen, aber nicht etwas wollen wollen.

 

Auch wenn man das, was man eigentlich tun will, doch nicht tut, hat man eben nicht den Willen, es zu tun, sondern den, es nicht zu tun. Man hat seine Willensbildung eben noch weiterentwickelt, z. B. aus ethischen Gründen, und daher nicht  „frei“ den Wunschwillen überwunden.

 

3) Man ist daher für sein Tun und Unterlassen nicht etwa deshalb verantwortlich, weil man etwas anderes hätte wollen können, sondern weil man sich seine Persönlichkeit einschließlich der (nicht durch geistig-psychische Defekte oder äußeren Zwang oder Gewalt beeinflussten) willensbildenden Faktoren zurechnet und zurechnen lässt, wenn man sein Leben annimmt und nicht auslöscht.

 

XII Kontinuum (Raumzeit)

 

Kontinuen wie Raum und Zeit sind unbegrenzt in endliche Teile teilbar (Schon Aristoteles hatte das Kontinuum dahin definiert, dass es unbegrenzt in Teilbares geteilt werden kann: "λέγω δὲ συνεχὲς τὸ διαιρετὸν εἰς αἰεὶ διαιρετά" (Physik, Z.2, 232b24-25), die vor der Teilung nicht voneinander abgegrenzt sind. Zum Beispiel ist jeder Raum-und Zeitpunkt unendlich klein, nulldimensional. Wo genau endet auf einem Lineal der vierte und beginnt der fünfte Zentimeter?

 

Dies führt zu den bekannten Bewegungsparadoxien des Zenon, deren Auflösung darin besteht, dass der Läufer Achilles nicht unendlich viele Teilstrecken in unendlich kurzen Zeiträumen zu durchlaufen hat, sondern Kontinuen von Raum und Zeit, erst mit der Messung geteilte Strecken und Zeiträume.

 

Auch hier zeigt sich, dass das Ganze (hier: die strukturierte Strecke) qualitativ etwas Anderes als die Summe der Teile ( hier: der nicht aufeinander ausgerichteten Teilstrecken) ist und unser Denken in Gegensätzen (Ganzes/Teil) in letztlicher Konsequenz immer versagt.

 

"...dass nach der Quantentheorie Ganze nicht aktuell, sondern nur potentiell aus Teilen "bestehen". Ein Ganzes kann durch Zerstören seiner Struktur in Teile zerlegt werden, aber es kann nicht korrekt als aus den Teilen bestehend beschrieben werden." (Carl Friedrich von Weizsäcker, Die philosophische interpretation der modernen Physik II 4 ) 

 

XIII  Letztfragen

 

führen immer entweder zur Denkzirkeln oder zu Iterationen (infiniten Regressen), wenn man sie nicht im Glauben an Letztheiten wie Gott abbricht (sog.Münchhausen – Trilemma von Hans Albert).

Denn jede Frage geht von Prämissen aus, aufgrund derer Antworten nur dann als „sinnvoll“ erscheinen, wenn sie auf dieser Basis gegeben werden. Sind die Prämissen bereits selbst so abstrakt, dass kein Raum mehr für noch abstraktere, auf einer solch abstrakten Basis aufbauende Feststellungen verbleibt, dann kommt es zur den erwähnten Rückkopplungen.

 

Beispiele: Was ist außerhalb des Raumes, vor und nach der Zeit? „Außerhalb“ setzt bereits den Raum, „vor“ und „nach“ die Zeit voraus.

Warum ist überhaupt etwas? Gründe setzen als Seiendes bereits das Sein voraus.

Umfasst die Allmacht Gottes auch sich selbst, also auch die Macht, nicht allmächtig zu sein?

Umfasst eine letzte Erklärung („Weltformel“) auch sich selbst, kann sie also erklären, warum es eine solche überhaupt  und gerade sie gibt?

 

 

 

 

 

 

    

 

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